Auch Promi-Gärtner sagt Nein zu Glyphosat

Das umstrittene Unkrautgift Glyphosat bleibt weitere fünf Jahre erlaubt. Wie Salzburg  auf das Brüssel-Votum reagiert.

Was tun, jetzt, wo Unkrautvernichtungsmittel mit dem Wirkstoff Glyphosat weitere fünf Jahre zugelassen werden? Umwelt- und Gesundheitsschützer rennen weiter Sturm gegen das umstrittene Mittel. Eine klare Empfehlung für Salzburgs zehntausende Hobbygartler gibt der bekannte Biogärtner Karl Ploberger.  „Kein Hobby- oder Privatgärtner braucht das“, sagt er dem SF. Er selbst entfernt Unkraut wie früher mit einem Flämmgerät. Ploberger: „Es reicht, über die betroffenen Pflanzen kurz drüberzugehen.“

Ploberger: „Die Finger davon lassen“

Wo Pflanzen mit glyphosathältigen Mitteln vernichtet würden, könne man Abbauspuren noch lange feststellen. Monsanto habe grandiose Lobbyisten – mit ein Grund dafür, warum Glyphosat zugelassen bleibe, so der Gärtner: „Ich empfehle, die Finger davon zu lassen.“
Österreichweit organisiert sich der Widerstand. Von Salzburg aus ließ Spar-Chef Gerhard Drexel mit dem Ruf nach einem  bundesweiten Verbot von Glyphosat aufhorchen. Der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) kündigte  an, Glyphosat in der Kärntner Landwirtschaft zu verbieten.  Greenpeace will nun von allen Landeshauptleuten wissen,    ob man das auch plane.

Kärnten will Verbot, Salzburg wartet ab

2015 hatte es in Salzburg „Geht nicht“ geheißen, als die FPÖ ein Verbot einforderte. Man sei gespannt, ob ein Kärntner Verbot juristisch halte und werde in diesem Fall  auch in Salzburg ein solches umsetzen, heißt es aus der Salzburger Landesregierung. Peter Altenberger, Referent von Agrarlandesrat Sepp Schwaiger (ÖVP): „Noch sehen wir den Weg nicht.“ In Salzburg werde ohnehin nur verschwindend wenig Glyphosat von Bauern eingesetzt.
Ein nationales Verbot fordert die Bundes-SPÖ, und auch die Salzburger Grünen. Die nach wie vor im Bundesrat vertretenen Grünen, darunter die Salzburger Abgeordnete Heidi Reiter, brachten schon einen entsprechenden Antrag  ein.

Ein Verbot fordert auch die Salzburger NAbg. Cornelia Ecker (SPÖ), die selbst auf einem Biobauernhof aufgewachsen ist und in Bürmoos Gemeindevertreterin ist. Sie spreche mit vielen konventionellen Landwirten. „Klar verwenden die Glyphosat. Vor allem auf Kuhweiden,  gegen Sauerrampfer und Co“, schildert Ecker. Viele  sähen keine Alternativen dazu, und bequemer sei es auch, so Ecker.

Der Handel reagiert schon

Gut sei, dass die Berchtesgadener Milch, an die viele Flachgauer Bauern Milch liefern, nun keine Milch mehr von Kühen wolle, auf deren Weiden Glyphosat gesprüht werde. Eine Spirale hat sich in Gang gesetzt: Produzenten für Spar-Eigenmarken dürfen kein Glyphosat mehr verwenden. In OBI-Baumärkten findet man das Mittel auch nicht mehr.

Von Sabine Tschalyj

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