Reisen mit Kind: Unterwegs in einer riesigen Sandkiste

Der 7-jährige Maxi reiste durch Algeriens Wüste. Zwei Wochen Wüste, ist das für ein Kind nicht langweilig? Gar nicht, wissen seine Eltern heute.

Wer einen Urlaub mit Kindern plant, der geht meist Kompromisse ein. Es sollen schließlich alle ihre Freude haben. Clemens und Karin Scheidhammer bereisen gern die Welt, vergangenen Februar nahmen sie erstmals ihren 7-jährigen Sohn nach Afrika mit.

Clemens und Karin Scheidhammer mit Sohn Maxi. Fotos (alle): Clemens Scheidhammer

Zwei Wochen algerische Wüste war der Plan: „Wir waren uns nicht sicher, ob es Maxi gefallen wird“, gesteht Clemens Scheidhammer. Strandurlaub mit Wüstenabstecher okay, aber nur Wüste? Das könnte ihm langweilig werden. Ihre Reise führte sie zudem in unwirtliches Gebiet, in den Südosten Algeriens, nahe der Grenze zu Niger und Libyen.

Doch die Scheidhammers wagten es. Tuareg-Nomaden samt Koch begleiteten die Reisegruppe, auch für sie war so ein kleiner Junge ungewöhnlich. Schnell freundeten sie sich an, spielten Fangen in den Dünen.

Der kleine Maxi mit Shesh, dem traditionellen Turban der Tuareg.

Einmal unserer konsumorientierten Welt entflohen, hat sich Maxi schnell auf das Wenige vor Ort eingestellt, erzählt der stolze Vater. „Die große ,Sandkiste’ mit den Dünen hat ihm am besten gefallen, aber auch die täglichen Lagerfeuer und die Teezeremonien der Tuareg am Abend.“

Verrostete Dosen, die er im Sand fand, fädelte Maxi auf und zog sie hinterher. Echtes Einheimischen-Spielzeug also. Er malte Felsmalereien, die sie besichtigten, nach und zeichnete, was er jeden Tag erlebt hat, auf Papier. Heraus kam ein Urlaubs-Tagebuch in Bildern.

Maxi beim Dünenhüpfen.

Kalenderkauf unterstützt Caritasprojekt im Südsudan

Genächtigt haben die Scheidhammers nicht in Hütten, sondern in Zelten. Oft auch unter freiem Himmel, eingehüllt in Daunenschlafsäcke, denn die Temperatur kann in der Nacht bis in den Minusbereich fallen.

„Wir hielten immer nach Tierspuren Ausschau, bevor wir unser Nachtlager aufschlugen. Einmal haben die Tuaregs beim Holzsammeln eine Sandviper gefunden, die ist extrem giftig. Sie haben sie mit der Axt erschlagen.“

Auch die Stofftiere bekamen einen Shesh.

Um Überfälle zu vermeiden, schlugen sie ihr Zelt nicht an exponierten Stellen auf, auch wurde ihnen von nächtlichen Wanderungen mit Licht abgeraten. Ein Restrisiko gebe es beim Reisen immer, so Scheidhammer.

Zurück in Salzburg, hielt Maxi vor seiner Klasse in der Pädagogischen Übungsvolksschule im Nonntal einen Vortrag, zu dem sein Vater die Bilder beisteuerte.

Scheidhammer hat mit seinen beeindruckenden Fotografien einen Jahreskalender 2018 gestaltet. Der Verkaufserlös (15 Euro) geht zur Gänze an ein Schulprojekt der Caritas im Südsudan.

Der Erlös aus dem Reisekalender geht zur Gänze an eine Schule im Südsudan.

Hier gibt es den Kalender zu kaufen: Motzko Reisen, Rainerstraße 19; Studio 3, Strubergasse 26, 5020 Salzburg, Tel. 0662-432222, www.studio3.at

Von Petra Suchanek