Männer, traut euch! Wie Männer gesund bleiben

Männer sind öfter krank und in der Regel früher tot als Frauen – „Das muss doch nicht sein!“, appellieren heimische Ärzte an die Salzburger Männer.

Männer  haben weniger gesunde Lebensjahre als Frauen und sterben in der Regel früher.  In Österreich ist die Lage noch schlechter als im EU-Durchschnitt. Doch was führt dazu, dass das „starke“ Geschlecht derart schwach bei der Gesundheit abschneidet?

Angst vor Arztbesuchen

Ein Grund ist – Angst. Das bestätigten Ärzte bei der Vorstellung der Gesundheitskampagne „Helden.Check“ von Land Salzburg und Kooperationspartnern (Gesundheitsinfos für Männer auf www.heldencheck.at).„Viele fürchten sich davor, zum Arzt zu gehen, weil sie Angst vor einer schlechten Diagnose haben“, schilderte Peter Kowatsch. Der niedergelassene Hausarzt ist Vorsorgereferent der Salzburger Ärztekammer und appelliert als solcher: „Männer, geht zur Vorsorgeuntersuchung!“

Starker Mann zeigt keine Schwäche

Hinzu kommt das alte Rollenbild vom starken Mann, der keine Schwäche zeigt. Bei dem steigenden Leistungsdruck in unserer Gesellschaft ist das eine gefährliche Mischung. Die Folgen treffen Männer  immer früher, warnt Gesundheitsreferent Christian Stöckl (ÖVP): „Herzinfarkte (Daran sterben 12 von 100 Männern, Anm.), Schlaganfälle und Burn-Out betreffen immer mehr jüngere Männer an der Spitze ihrer Leistungsfähigkeit“, so Stöckl.

Krankenschwester kommt in den Betrieb

Um Männer zu erreichen, die nie zu Vorsorgeuntersuchungen gehen und ihnen die Angst vor dem Arzt zu nehmen, werden jetzt Teams ohne Arzt in Betriebe geschickt. „Da kommt eine Krankenschwester, um den Männern die Scheu vor dem weißen Kittel zu nehmen“, sagt Peter Kowatsch. Diese „Helden-Screenings“ können Betriebe anfordern. Sie sind ein erster Gesundheitscheck, dauern rund 20 Minuten und bleiben völlig anonym.

Am besten alljährlich zur Vorsorgeuntersuchung

Teilnehmer erhalten im Anschluss einen Männer-Gesundheitsfolder und per Brief ihre Ergebnisse. Ergibt die Untersuchung Auffälligkeiten, empfehlen Ärzte, wohin sich der Betroffene für weitere Untersuchungen wenden soll. „Wir wollen damit 1000 Männer erreichen“, so Kowatsch. Alle Salzburger Männer so Kowatsch, sollten die Möglichkeit der jährlichen, kostenlosen Vorsorgeuntersuchung beim Hausarzt oder Internisten nutzen. Kowatsch appelliert: „Männer, lasst euch blicken.“

Daten und Fakten: 65% der von Salzburger Ärzten befragten Männer gehen nur zum Arzt, wenn sie spürbar krank sind. 12% gaben an, sie hätten „keine Zeit“. Viele halten sich für gesund, sind es aber nicht. Ab 45 Jahren sollten Männer zum Urologen (Prostatakrebs-Früherkennung).  Potenzstörungen können Warnzeichen für Herzerkrankungen sein.

Von Sabine Tschalyj

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.