Asylwerber wechseln Religion

Das macht den Magistrat stutzig:  Zuletzt wollten im Schnitt täglich zwei Flüchtlinge aus dem Islam austreten und Christen werden. Im Asylverfahren kann das helfen.

Innerhalb von drei Wochen erschienen bei der allgemeinen Bezirksbehörde der Stadt 45 Asylwerber, die alle dasselbe Anliegen hatten. Die jungen Männer aus dem Iran und Afghanistan erklärten den Austritt aus dem Islam, da sie nun Christen werden wollten. Auch islamisch-arabische Vornamen wolle man in christliche Namen abändern. Der Ansturm löste beim Amt beträchtliche Zweifel aus.

Austritt kostet 16 Euro

Abteilungsleiterin Christine Fuchs: „45 junge Flüchtlinge werden von anderen jungen Männern begleitet, die gut Deutsch sprechen. Sie erklären ein Jahr, nachdem sie um Asyl angesucht haben, dass sie Christen werden wollen. Warum erst jetzt?  Natürlich haben wir uns  gefragt, wie ehrlich das ist oder ob man sich nicht einfach einen Vorteil im Asylverfahren verschaffen will“, sagt die Juristin. Die Austrittsbescheinigung der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreich kostet 16,40 Euro und muss von der Behörde ausgestellt werden. Die Namensänderung sei schon teurer und erfolge nicht mit einem Federstrich, meint Fuchs.  Sie werde sich alle Anträge genau anschauen.

In Heimatländern mit dem Tod bestraft

Der Hintergrund: Das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl verlangt Dokumente für den behaupteten Verfolgungsgrund. „Wir wollen Scheinkonversionen verhindern“, erklärt BFA-Regionalleiterin Beatrix Nowotny. „Die Bewerber müssen das glaubhaft machen, dass sie den Islam verlassen, zum Beispiel, ein Jahr  lang eine Taufvorbereitung durchlaufen. Wir sind mit sämtlichen Kirchen im Kontakt. Die versichern uns, dass sie nur Leute taufen, von denen sie überzeugt sind“, so Nowotny. Natürlich entstünde das auch in den Communities der jungen Männer.  Doch jeder Fall werde individuell geprüft. Einer hatte ein Erweckungserlebnis, einer sagt, die Christen hier sind so hilfsbereit. „Anderen ist der Religionswechsel in Wahrheit egal, weil sie in ihr Heimatland  dann sowieso nicht mehr reisen können. Und natürlich gibt es auch Leute, die es mit der Religion ernst meinen“, meint Nowotny.
Der Abfall vom Islam (Apostasie) ist islam-rechtlich verboten und wird in einigen  Ländern mit der Todesstrafe geahndet; Abtrünnige werden im Erb- und Eherecht, im beruflichen Fortkommen benachteiligt.

Diözese taufte 19 Konvertiten

Viele muslimische Konvertiten wählen die Baptisten-Kirche in Salzburg. Dort spricht Pastor Gordon Beck, der Entwicklungshelfer  in Afghanistan war, Farsi (Persisch, das auch Amtssprache in Afghanistan ist). „Wir haben einen Gottesdienst in Farsi  mit wöchentlich 85 Besuchern. Fast alle haben eine Asylgeschichte. Unsere Bewerber müssen durch einen längeren Prozess gehen, bis sie bei uns aufgenommen und getauft werden.“ Beck kritisiert die österreichischen Behörden: Sie würden Asylwerber bei der Erstbefragung  oftmals automatisch als „muslimisch“ anmelden – „auch wenn sie sagen, ich bin Christ“. Fakt ist, dass im Iran und in Afghanistan das Christentum (heimlich) stark wächst.  Man sei der Taliban und Mullahs  überdrüssig, so Beck. In Österreich gebe es mittlerweile „weit über 1000 bekehrte iranische Christen“. Viele besuchten auch den katholischen Religionsunterricht, eine größere Gruppe gebe es an der Kirche St. Blasius.

Den Lebenswandel ändern

Im Vorjahr wurden von der Erzdiözese lediglich 19 Muslime getauft. Derzeit besuchten 30 Asylbewerber einen Vorbereitungskurs, sagt Simon Lipp ist bei der Erzdiözese Salzburg. „Bis zur Taufe braucht es mindestens ein Jahr Vorbereitung, dann ist das auch kein  Missbrauch im Asylverfahren.“ Mehr als die Hälfte bleibe dabei und falle nicht wieder weg. Der  Übertritt aus dem muslimischen Kontext sei nicht ganz einfach. „Man muss ein ganz neues Milieu kennenlernen. Es braucht eine Änderung des Lebenswandels.“ Wobei die Essensregeln noch das geringste Problem seien. Von Gewicht seien die Haltung gegenüber Frauen,  Kinderrechten oder die christliche Toleranzkultur.

Sonja Wenger

1 Kommentar

  1. Husko Antworten

    Der Artikel ist voll von pauschalen Annahmen, Blödsinn und Lügen.
    Der „Abfall“ von Islam ist im Islam legitim und jeder darf sich seine Religion aussuchen wie wer will (Siehe ZB Sura Kafiruun).
    Hört bitte auf die wahabitische Auslegung des Islams aus Saudiarabien als die gängige Meinung des Islams darzustellen.

    Und nebenbei, all diese Männer sind aus Iran und Afghanistan, sprich Schiiten und wie wir wissen, dass Schiismus eine Sekte ist, die mit dem Islam soviel gemeinsam hat wie das Christentum. Deswegen wundert mich, falls die Konvetsionen aufrichtig sind, das überhaupt nicht.

    Suma sumarum: Hört auf eine schlechte Kopie der Krone zu sein und Hetze unter den Menschen zu verbreiten.

    Und nebenbei: es haben allein letztes Jahr dutzende Salzburger Christen den Islam angenommen. Ich glaube der Deal ist nicht schlecht 😉 Servus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.