Zuckergoscherl meets Edi Jäger

„Frauen wollen Beziehungsgespräche führen. Männer müssten dazu erst mal wissen, dass sie eine Beziehung haben“

„Wo schauen Sie bei einer Frau hin, wenn Sie sie zum ersten Mal sehen?“, fragt Edi Jäger einen Mann im Publikum. Der windet sich und murmelt was in seinen Bart, während seine Frau zischt: „Sog jetz jo nix Falsches!“ Die Zuschauer lachen. „Ein Mann schaut einer Frau schon auch ins Gesicht“, sagt Edi Jäger, „irgendwann.“

In seinem aktuellen Programm „Wenn Frauen fragen“ widmet sich der Salzburger Schauspieler, der bereits in über 80 Produktionen mitgewirkt hat, den wirklich wichtigen Themen des Lebens: Was tut ein Mann eigentlich, wenn er bewegungslos in der Wohnung rumsitzt? Wieso können Männer Schmutz nicht sehen? Und warum hören sie nie zu? Die Antworten auf diese Fragen bekommen Sie, wenn Sie sich sein Stück ansehen – oder am 26. Oktober den Fernseher einschalten: Da wird der Mitschnitt aus dem Oval im Europark auf ServusTV ausgestrahlt.

Was für ein Selfie! Mareike Fallwickl alias Zuckergoscherl mit Kabarettist Edi Jäger

Ich bin ein Edi-Jäger-Fangirl und hab schon alle seine Stücke gesehen. Seit ich vor einem Jahr in einer Zuckergoscherl-Kolumne ihn und die „Aussprechsperre“ der Männer, die auch in „Wenn Frauen fragen“ vorkommt, erwähnt hab, sind wir Freunde. Ich hab Edi vor der TV-Aufzeichnung zu einem g’sunden Mittagessen im grandiosen Bauchladen zum Gespräch getroffen und wir haben viel gelacht. Unsere zahlreichen Versuche, ein g’scheites Foto zu machen, sind kläglich gescheitert, weil wir wohl zu alt sind für diese Selfie-Sache. Unsere Talente liegen dafür woanders: Schmähs abfeuern können wir ausgezeichnet.

Mareike: Edi, du beschäftigst dich in deinen Stücken schon sehr lang und sehr humorvoll mit dem Thema Männer und Frauen, meistens gemeinsam mit deiner Partnerin Anita Köchl, und lebst außerdem in einem Dreimäderlhaus. Hat man dann das Talent, diesen Humor auch im Alltag zu leben?
Edi: Ach, schön wär’s. Es kommt ja drauf an, was für ein Charakter man ist und wie man reagiert, wenn ein Konflikt dasteht, der sich gewaschen hat: Legt man noch nach, bis die Hütte kracht, oder kriegt man die Kurve mit einem Witz?
Mareike: Du könntest jetzt sagen: Wir nehmen es immer mit Humor, wir lachen zuhause nur.
Edi: Das wär sowas von gelogen.
Mareike: Aber du weißt mehr über das Thema als jeder andere Mann, das muss doch einen Effekt haben.
Edi: Hat es eh. Ich ertapp mich selber dabei, wie ich gewisse Dinge tue. Dann denk ich mir: Da erzählst du denen, wie es geht, und kannst es selber auch nicht besser. Manchmal sieht man sich ja dabei zu, wie man einen Streit noch verschärft, als würde man danebenstehen. Man denkt sich: Sag es nicht, sag es nicht!, aber dann kommt’s auch schon raus.
Mareike: Eine Nahtoderfahrung quasi.
Edi: Genau. Manchmal ist Blödsein auch eine Freude. Wenn man was nicht weiß und nicht durchschaut, lebt man ja ganz gut mit dem Zustand.
Mareike: Vielleicht sitzt man als Mann halt gern bewegungslos in der Wohnung und schaut.
Edi: Ja, vielleicht passiert da innerlich total viel.
Mareike: Zum Beispiel rollt mal so ein vertrocknetes rundes Ding vorbei, wie in der Wüste.
Edi (lacht): Wie in den Geisterstädten in einem Cowboy-Film!
Mareike: So stell ich mir das Innenleben von Männern vor.
Edi (lacht noch mehr): Der Doderer hat doch sowas in der Strudlhofstiege geschrieben. Sinngemäß, dass in manchen stillen Wassern halt in Handtiefe einfach nur Kieselsteine sind.
Mareike: Apropos stille Wasser – im aktuellen Programm agierst du, anders als bei Theaterstücken, sehr viel mit dem Publikum.
Edi: Ja, und ich liebe das. Die vierte Wand existiert in dem Fall nicht. Es geht um Klischees und um die Reaktionen der Zuschauer darauf. Die Frauen können mit den direkten Fragen viel besser umgehen, die Männer versuchen oft, witzig zu sein, sind aber eher zwangsoriginell. Es gilt auch, die Hemmschwelle zu überwinden. In manchen Städten wird das Publikum sofort warm, in anderen nicht so schnell.
Mareike: Ich geh ja ins Kabarett oder ins Konzert mit dem Willen, mich unterhalten zu lassen. Ich mach’s demjenigen, der auf der Bühne steht, nicht schwer – erster Schmäh, und ich bin dabei.
Edi: Das ist die richtige Einstellung!

Wer auch gewillt ist, sich unterhalten zu lassen: 26. Oktober, 20.15 Uhr, Servus TV – Tourdaten „Wenn Frauen fragen“  im Netz unter
www.edijaeger.at