Wann sind wir so ängstlich geworden?

Die Erinnerungen an die Kindheit am Land sind schön. Abgesehen von Schule, Essen, Schlafen spielte sich der ganze Tag im Freien ab. Mit Freunden – und ohne Erwachsene.

Das brachte auch blöde Ideen mit sich (Details werden zwecks Schonung der elterlichen Nerven an dieser Stelle ausgespart). Der Drang Grenzen auszuloten wohnt eben jeder jugendlichen Seele inne, ihn auszuleben stärkt fürs ganze Leben. Wir konnten das. Trotz manchmal fragwürdiger Risikoeinschätzung ging alles immer glimpflich aus, was wohl am angelernten Geschick und dem unverrückbaren Urvertrauen lag. Gut, jeder kam irgendwann mit einer gebrochenen Hand oder einem ausgeschlagenen Zahn nach Hause. Das war aber halb so schlimm und wurde, obwohl den Eltern das Herz geblutet haben mag, nicht überdramatisiert. Die „Alten“ waren ziemlich entspannt.

Viel hat sich seither geändert. Die Freizeit wird heutzutage „gestaltet“ – Eltern bringen ihre Kleinen vom Tenniskurs zur Klavierstunde. Ohne Aufsicht lassen wir die Kinder zwar stundenlang vor dem Computer sitzen, aber nicht in den Wald gehen oder auf den Baum kraxeln.

Wir brauchen wieder mehr Mut, damit auch unsere Kinder mutig werden können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.