Steiles Salzkammergut: Der Rinnkogel

Einen wunderbaren Rundblick und eine erstaunlich abgeschiedene Welt bietet diese Tour.

Der 1823 Meter hohe Rinnkogel gehört zu jenem Gebirgszug in den Salzkammergutbergen, der im Osten bei Bad Ischl mit der Katrin seinen Ausgang nimmt und über so prominente Gipfel wie Rettenkogel, Bergwerkskogel nach Süden zum Braunedl und zum Gamsfeld zieht. Eine schroffe, stille und – von ein paar Hot-Spots abgesehen – erstaunlich abgeschiedene Welt. Der Charakter vieler Berge ist ganz ähnlich: Unten schützt sie ein steiler Waldgürtel, oben heißt es schon das eine oder andere Mal in den Fels oder in die Seile greifen. Dafür wird man mit einem Rundblick über weite Teile des Salzkammergutes belohnt, hoch genug ist der Rinnkogel ja.

Ausgangspunkt:

Abzweigung Sulzaustraße von der Postalmstraße. Zufahrt über die Post-almstraße von Strobl (Maut) bis zur ersten Kehre (718 m).

Route:

Von der Postalmstraße folgt man der abgeschrankten Sulzaustraße nach Süden, an der ziemlich desolaten Simonhütte vorbei, bis man bald nach einer Brücke zur Sulzaustube (Wegweiser, 745 m) kommt. Nun beginnt ein längerer Waldanstieg, dabei wird einmal eine Forststraße gequert. Nachdem man die Rinnkogelschlucht passiert hat, geht es nach Süden auf einen Absatz und weiter ostwärts bis zu einer freien Fläche nahe der Jagdhütte Rinnstüberl (1324 m, Wegweiser) gelangt.

Hier dreht der Steig auf Nord, an einer Unterstandshöhle (1440 m) vorbei, in die Lärchen- und Latschenzone. Bei etwa 1620 Meter Seehöhe steht man vor einer seilgesicherten Rinne. Diese ist technisch nicht schwer, man muss aber auf Steinschlag durch weiter oben Gehende aufpassen. Zuletzt auf den luftigen Grat und kurz klettersteigartig (A – leicht) nach Osten zum Kreuz. Abstieg wie Anstieg.

  • Rinnkogelgipfel mit Bleckwand, Sparber, Schafberg, Wolfgangsee und St. Wolfgang im Blickfeld.
  • Der gut gesicherte Gipfelgrat auf den Rinnkogel.
  • Durch diese hohle Gasse: Anstiegsrinne auf den Rinnkogelgrat.
  • Von gegenüber (Bärenpfad) ist der Rinnkogelstock eine durchaus imposante Berggestalt.

 

Variante:

Will man sich die Maut sparen, kann man direkt von der Jausenstation Bergheimat bei der Mautstelle (655 m) starten. Von hier führt ein Wanderweg über die Unterbergeralm (735 m) parallel zur Straße zur Felmayeralm und mündet direkt bei der Sulzaustube in den oben beschriebenen Anstieg. Eine Stunde mehr einplanen.

Wissenswertes

Anforderung: Mittelschwere Bergtour, die letzten 200 Höhenmeter aber teilweise luftig und seilgesichert. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit obligat. Bei Schnee oder Vereisung gefährlich. 1150 Höhenmeter, 3,5 Stunden im Anstieg.

Ausrüstung: Wanderausrüstung, Kletterhandschuhe empfehlenswert.

Karte: Kompass Nr. 20, „Dachstein“, 1:50.000.

Literatur: Clemens M. Hutter, „Wanderatlas Salzburg-Berchtesgaden“, Pustet, 2010.

Einkehr: Jausenstation Bergheimat nahe der Mautstelle, Telefon: +43/680/5509424