Pflegekräfte werden verzweifelt gesucht

Soziales Gewissen und Zuwendung sind keine Einbahnstraße.

So schwer sei es in all der Zeit, die Margarethe Fikentscher nun in der Erwachsenenhilfe als Geschäftsführerin fungiert, wohl noch nie gewesen, Personal zu rekrutieren. „Über 40 Jahre mache ich das, aber im Moment weiß ich mir kaum mehr einen Ausweg“, beklagt sie. Wie in vielen anderen Bereichen auch, stehen einige Pensionierungen an, neues Personal zu finden, gleicht immer mehr einer Herkulesaufgabe.

Interessantes Potenzial sieht Fikentscher in Form von Wiedereinsteigerinnen – etwa ehemalige Krankenschwestern, die neben den Kindern gerne etwas weniger, dafür aber flexibel in der Zeitanforderung arbeiten wollen.

„Da macht es uns aber das Lohn- und Sozialdumpinggesetz mit seinen strikten Vorgaben schwer. Pausen, die eingehalten werden müssen, wenn man selbst die Bereitschaft hat, lieber einmal etwas mehr am Stück zu arbeiten, weil man von der Familie gerade nicht so gebraucht wird, machen die Situation nicht gerade attraktiver“, weiß Fiken-tscher aus Gesprächen mit ihren Mitarbeiterinnen. Und gerade die freie Zeiteinteilung wäre ein starkes Argument, um die andererseits hohen Anforderungen, die der Job mit sich bringt, auszugleichen. „Wiewohl wir natürlich unseren Mitarbeitern eine sehr gute Begleitung mit regelmäßigen Teambesprechungen und auch ausreichend Möglichkeiten zur Weiterbildung anbieten“, so
Fikentscher.

Dieses Angebot würde gerne angenommen, weil die Kolleginnen daraus klar einen Nutzen für sich zögen. Andererseits bedeutet die Teilnahme an solchen Schulungen, für diesen Zeitraum Ersatzpersonal zu finden – ein Kreislauf, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt. „Wir tun wirklich alles, um neue Mitarbeiterinnen zu bekommen, über Inserate, Mundpropaganda etc. Vielleicht sollte man auch an die Schulen gehen, und den jungen Menschen die Bedeutung von sozialer Arbeit nahe bringen. Es gibt sicher angenehmere Berufe und Tätigkeiten, die besser entlohnt werden. Aber man darf auch nicht vergessen, dass Geld eine andere Wertigkeit besitzt, als Dankbarkeit und Freude von Menschen, denen man ihren nicht einfachen Alltag erhellen konnte.“

Egal ob Haushaltshilfe oder Hauskrankenpflege – für die meisten Menschen, die einer Unterstützung in ihrem Alltag bedürfen, ist der Besuch von Pflegekräften eine willkommene Bereicherung in ihrem oft einsamen Alltag. Und ermöglicht ihnen gleichzeitig, lange Zeit in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben. Während die rein pflegerischen Aufgaben in kurzer Zeit erledigt werden, gibt es bei den Haushaltshilfen nämlich auch die Möglichkeit für Gespräche und gemeinsame Tätigkeiten.

Von Michaela Pircher

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