„Wie bitte? – Ich versteh’ dich nicht!“

Schwerhörigkeit ist ein Problem, das man oft selbst verursacht.

Früher waren viele Großväter – zumindest auf einem Ohr – taub, weil sie vom Krieg einen Hörschaden hatten. Heute, so scheint es, wollen junge Menschen in deren Fußstapfen treten, indem sie möglichst lang und laut Musik hören. Oder ist es ihnen nur nicht bewusst, was derartige Angewohnheiten für Folgen haben können?

Denn im Gegensatz zu einer „normalen“ Alterserscheinung, wo die Leistungsfähigkeit der Sinnesorgane mit der Zeit einfach abnimmt, leiden heute immer mehr junge Menschen an Verschleißerscheinungen im Innenohr und hören schlecht. Warum? Sie sind viel im Straßenverkehr unterwegs, hören Musik über Kopfhörer, nutzen Maschinen und fast dauernd Kommunikationsgeräte wie Smartphones.

Man geht davon aus, dass Hörschäden durch Lärm bereits bei einer Belastung von 85 Dezibel auftreten, bei 120 Dezibel reicht schon ein kurzer Zeitraum . Dazu Beispiele: Der Lärm eines Presslufthammers kann 105 Dezibel, Discothekenmusik 110 Dezibel und Musik über Kopfhörer ca. 85 dB erreichen – je lauter, desto mehr. „Was einmal zerstört ist, lässt sich nicht mehr reparieren“, warnen HNO-Ärzte. Sie meinen damit die feinen Sinneszellen, die für das Hören verantwortlich sind. Deshalb: Wo Lärm unvermeidlich ist, dem Ohr zwischendurch Erholungspausen gönnen oder gleich zu einem effektiven Hörschutz greifen.

Schwerhörigkeit an sich sollte immer durch einen Experten abgeklärt werden. Denn neben Alterserscheinungen können auch Entzündungen, ein verletztes Trommelfell oder eine Verkalkung der Gehörknöchelchen (Otosklerose) dafür verantwortlich sein. Oder zu viel Ohrenschmalz – ein Problem das vor allem eifrige Benutzer von Wattestäbchen betrifft. Ist das Hörvermögen definitiv zu gering, kann man mit einem Hörgerät nachhelfen. Ganz wichtig: Nicht zu lange warten, sonst verliert das Gehirn die Fähigkeit, Geräusche und Sprache zu verarbeiten. Das Hörgerät erfordert eine gewisse Zeit der Gewöhnung und muss durch den Akustiker angepasst und eingestellt werden. Der Prozess dauert ca. 6 bis 12 Monate.