Strand oder Städtetrip? Wohin es die Salzburger jetzt zieht.

Der Sommer ist vorbei, und die Salzburger suchen sich die nächste Vorfreude. Die Reiseplanungen für Herbst und Winter laufen gerade voll an. Das SF zeigt Trends, reizvolle Ziele, gute Tipps – mit Abflug Salzburg.

Die Ferien sind um, der erste Schnee blickt von den Bergen und die Salzburger denken schon wieder ans Kofferpacken. Die Buchungen für den Winterurlaub ziehen gerade voll an, ergab ein Rundruf des „Fensters“ in den Reisebüros. Wer nicht auf Skiurlaub steht und noch einigermaßen günstig ins Warme will, der sollte sich beeilen.

„Dadurch, dass im Sommer viele durch die Finger geschaut haben, weil alle Flieger voll waren, buchen sie jetzt früher“, sagt Thomas Scheuringer von Kneissl Touristik. Um im Meer baden zu können, muss man im Winter eine Fernreise anvisieren. Die Länder Südostasiens, Karibik, Malediven, Dubai und Mauritius stehen hoch im Kurs, und: Südafrika. „Das ist der absolute Renner“, sagt Scheuringer. Bis Februar seien die Termine weitgehend ausgebucht.

Wer im Nadelöhr zwischen Weihnachten und Heilig-Drei-König noch eine Fernreise plant, muss tief ins Börserl greifen. Schnäppchen gibt es zu dieser Zeit nie, und die günstigeren Angebote sind längst weg. „Eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern muss für zwei Wochen mit 5.000 Euro aufwärts rechnen. Das muss man sich leisten können“, sagt Markus Traunwieser vom gleichnamigen Reisebüro in Seekirchen.

Deshalb sind die Mittelstrecken begehrt – trotz kühlem Meer, es gibt ja auch Pools. Die Nase vorn haben die Kanaren, aber auch Ägypten wird nach dem terrorbedingten Einbruch der letzten Jahre wieder stärker gebucht. Noch etwas schätzen die Salzburger an diesen beiden Destinationen: Sie sind im Winter mit Direktflügen ab Salzburg erreichbar.

Mehr als 30 Airlines heben von Salzburg ab. Bilder (2): Robert Ratzer

„Der erste Wunsch ist immer: Abflug Salzburg“

Am liebsten fliegen die Salzburger von ihrem Heimatflughafen weg, heißt es aus den Reisebüros. Beliebte Metropolen für Städtereisen wie Paris, London, Berlin, Hamburg, etc. werden direkt angeflogen, im Winterflugplan kommen zum Jahreswechsel „Exoten“ wie Belfast (Nordirland), St. Petersburg und Bremen neu dazu.

Die Zahl der Flüge nach Großbritannien wird stark aufgestockt. Das hängt mit den Skitouristen zusammen, die nach Salzburg kommen, bringt aber auch den Salzburgern Vorteile.

St. Petersburg hat im Winter fern vom Massentourismus seine Reize, vorausgesetzt, man packt sich warm ein. Auch Reykjavik wird direkt angeflogen – und stößt bei Menschen, die das Besondere suchen, auf Interesse. „Island im Winter kommt mit seinem Dämmerlicht gut an“, bestätigt Scheuringer, man habe die Fotoreisen im Programm aufgestockt.

Von Salzburg aus kann man in die ganze Welt fliegen, betont Flughafen-Sprecher Alexander Klaus: „Über London geht’s nach New York, Sydney, Singapur, São Paulo, etc“. Welche Destinationen angeflogen werden, legt nicht der Flughafen fest, das ist Sache der Airlines.

Nicht alle Passagiere kamen im Sommer ans Ziel, wegen der Air-Berlin-Pleite hagelte es auch in Salzburg Beschwerden (Tipps AK-Konsumentenschutz siehe unten). Der Salzburg Airport hat noch Flüge von Air Berlin und deren Tochter Niki im Programm: „Wir beobachten entspannt, aber aufmerksam, wie sich die Lage entwickelt. Sie fliegen bei uns ja keine Massenstrecken mehr“, so Klaus. „Das kompensieren Eurowings & Co.“

Auch an den Sommer sei gedacht, denn: Warten auf „Last Minute“ zahlt sich seit ein, zwei Jahren kaum noch aus, weiß Alf Nagl von TUI. Die Hoteliers können den Preis selbst bestimmen, gehen selten runter. Nagl: „Viele Familien buchen ihre Sommerurlaube daher schon ab November – mit Frühbucherbonus.“

 

Air-Berlin-Pleite: Was tun bei Flugausfällen?

„Sehr viele Beschwerden“ wegen Flugausfällen und Verspätungen von Air Berlin gab es im Sommer bei der AK Salzburg. Wer Flüge vor der Insolvenzeröffnung (15. August) gebucht hat und von Ausfällen betroffen ist, wird von seinem Geld nicht mehr viel sehen: „Alles fällt in die Konkursmasse“, sagt Konsumentenschützerin Andrea Kinauer. Bei Buchungen ab 15. August (der Flugbetrieb läuft momentan) verspricht die Airline volle Rückerstattung. „Ob Air Berlin das Versprechen hält, ist fraglich. Bis dato haben wir aber keine Beschwerden.“

Laut EU-Verordnung muss eine Airline je nach Distanz einen Ausgleich von 250 bis 600 Euro zahlen. Wie es mit Air Berlin und Niki weitergeht, sollte sich Ende der Woche entscheiden.

Welche Rechte hat man als Passagier bei Ausfällen?

Man hat ein Recht auf Betreuungsleistung vor Ort (Essen, Emails, Telefonate), Unterkunft (bei Nacht) und die schnellstmögliche Beförderung. Letztere ist relativ und hängt von der Airline ab. Selbstständig organisierte Rückreisen werden nicht von jeder Airline rückerstattet.

Von Petra Suchanek

Ab der kommenden Ausgabe stellt das Fenster beliebte Reiseziele der Salzburger vor. Wir starten mit: Südafrika.

 

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