Bergfex trifft E-Biker: Die Sporttrends des Sommers

Will man wissen, was die Salzburgerinnen und Salzburger bewegt, dann ist man bei Sylvester Schütz richtig. Er ist geschäftsführender Gesellschafter von Iko Europe. Der Sportartikelhändler mit Hauptsitz im bayerischen Raubling führt auch ein Geschäft in Hallwang und ist beim Bersport top. Der zweite Fokus ist das Fahrrad, Iko produziert die Marke Corratec, von der allein in Salzburg 15.000 Räder unterwegs sind.

Während Bergsportartikel konstant begehrt sind, boomt das E-Bike: „Gerade die Familie ab 50 greift danach, wenn die Kinder ausgezogen sind. Mit dem E-Bike kommt man bei gleicher Anstrengung viel weiter. Da hat sich ein neues Lebensgefühl entwickelt“, sagt Schütz. Neu sei, dass nach einer Stagnation auch das Rennrad wieder gefragt ist. „In Salzburg nimmt das stark zu, speziell bei Frauen.“

Das  gestiegene Gesundheitsbewusstsein fördert das Bedürfnis nach Sport in der Natur. Das schlägt sich in den Verkaufszahlen nieder. Schütz sucht aktuell fünf Mitarbeiter. Auch die Unternehmensphilosophie spielt mit. „Jede Sportart, die ich verkaufe, mache ich selbst“, sagt der Chef. Gerade war er am Großvenediger, zwei Kollegen nächtigten auf der Eiger Nordwand. „Wir sind eine sportliche Firma, haben auch Rennteams. Wir testen unsere Produkte möglichst am eigenen Leib.“ Alle Führungskräfte sind Sportler, auch weit über die Hälfte der 50 Mitarbeiter in Hallwang.

Gute Beratung hilft weiter.Das hört sich nach einem exklusiven Sporttreff an, ist es aber nicht. Auf einer Verkaufsfläche von 3500 Quadratmetern findet auch der Student mit dem kleinen Börserl Passendes. Allein von der Marke Corratec gibt es zum Beispiel 121 Radtypen, vom Kinderrad bis zum E-Bike. Schütz: „Wir haben Günstiges für Einsteiger genauso wie Teuerstes.“ Allein die Bergschuhabteilung verfüge über 500 Schuhmodelle. Fünf Verkäuferinnen stehen bereit. Beratung ist heute das Um und Auf. „Einsteiger kommen oft mit falschen Preisvorstellungen und glauben, dass sie um 1000 Euro ein tolles Rennrad bekommen. Mit einem Carbonrahmen spürt man den Sport erst richtig. Das kostet zwar mehr, die Freude ist aber größer“, so Schütz.

Von Petra Suchanek

Foto: IKO