Auf den Spuren der Deserteure

Thomas Neuhold mit einem Wandertipp auf geschichtsträchtigen Spuren.

Am 2. Juli 1944 durchkämmte in der sogenannten Aktion „Sturm“ ein ganzes Todesschwadron der SS, angeführt von Gestapo-Schergen, die Pongauer Gemeinde Goldegg. Sie suchten jene Männer, die sich Karl Ruptisch angeschlossen hatten und die den Vernichtungskrieg der Nationalsozialisten nicht mehr mitmachen wollten: Die Goldegger Deserteure. Im Zuge der Aktion wurden Unbeteiligte ermordet, ein Widerständler fiel im Kampf gegen die SS – viele andere wurden verhaftet und später in den Vernichtungslagern ermordet. Seit 2014 erinnert ein Brigitte Höfert, der Tochter von Karl Rupitsch, initiierter Gedenkstein am Gelände der SGKK in Goldegg an die Toten. Der Verein der Freunde des Goldegger Deserteursdenkmals erinnert jedes Jahr mit einer Gedenkwanderung an die Ermordeten. Hier die Route vom 2. Juli 2017 zum Nachwandern.

Ausgangspunkt: Böndlsee (845 m). Zufahrt über Goldegg/Weng.

Route: Vom Parkplatz auf der Asphaltstraße nach Südwesten durch das Hotelgelände bis zur ersten Abzweigung (Wegweiser). Von hier auf der Straße nach Nordwesten, man kommt dann direkt zum Marterl für die beiden 1944 von der Gestapo ermordeten Hochleitner-Brüder und weiter zum Unterdorf-Hof, wo am 2. Juli 1944 der Anführer der Wehrmachtsdeserteure Karl Rupitsch von einem SS-Todesschwadron gefasst wurde. Bei der Abzweigung (Wegweiser) rechts eine schöne Baumallee entlang bis nach links in den Wald ein Steig abzweigt (Wegweiser). Diesen Waldsteig kurz steil hinauf, man erreicht eine Almstraße. Dieser folgt man nun konsequent über den Irrsteinbauer (1018 m), die Mittersteinalm (1190 m) bis man zu einem Wegweiser „Hirtenkapelle“  kommt.  Hier am Almsteig nach links (West) und in zwei weiten Kehren hinauf zur Kapelle – mit 1384 Meter der höchste Punkt dieser Wanderung. Der Abstieg führt nach Osten (mehrere Wegweiser) bis man wieder auf die Almstraße trifft. Dieser folgt man (Wegweiser „Meislsteinalm“) bis zu dieser Alm (1275 m). Die Meislsteinalm ist bewirtschaftet und bekannt für ihre gute Küche. Nach der Rast weiter absteigen bis man auf die Anstiegsroute trifft – weiter wie im Anstieg retour zum Böndlsee.

Variante: Der Gedenkstein für die Ermordeten befindet sich am Gelände des Regenerationszentrums der Salzburger Gebietskrankenkasse in Goldegg direkt an der Landesstraße am nordöstlichen Seeufer.

Wissenswertes
Anforderung: Einfache Almwanderung, 600 Höhenmeter und 2 Stunden im Anstieg. Ausrüstung: Wanderausrüstung.
Karte: AV-Karte Nr. 45/1, „Niedere Tauern I“, 1:50.000.
Literatur: Biographien und Geschichte unter www.goldeggerdeserteure.at
Einkehr: Hotel Seeblick www.hotelseeblick.at
Meiselsteinalm, Telefon: +43/664/30 09 82 00