Auf der Alm wird richtig gejuchzt

Almsommer mal anders: Das Salzburger Volksliedwerk lehrt das Jodeln in alpinen Höhen.  Das kommt an. Zum ersten Mal findet im Juli in St. Gilgen ein Jodlerseminar statt – und schon ist es ausgebucht.

Doch es gibt Alternativen. Auch in Dorfgastein, St. Veit und Annaberg sind Liedlehrer des Salzburger Volksliedwerks im Einsatz, um bis zu 30 Interessierten das Jodeln beizubringen. Auf der Alm, dort, wo es seinen Ursprung hat. „Jodler wurden wie Codes gehandelt. Man verständigte sich damit von Alm zu Alm oder runter zum Hof“, erklärt Volksliedwerk-Vorsitzende Roswitha Meikl. Zum Beispiel, wenn Vieh verendet oder die Butter fertig war.

Zuvor festgelegte Silben garantierten, dass die Botschaft ankam. Noch in den 1970ern gab es in Abtenau eine Sennerin, die regelmäßig zum Pfarrer runterjodelte, ob die Messe stattfinde, erzählt Meikl. Handy gab es da noch nicht, und wer geht schon gern umsonst ins Tal.

Doch wer lernt heute noch jodeln? Jung und Alt nehmen an den Seminaren teil, die das Volksliedwerk seit elf Jahren veranstaltet. Neben dem klassischen „Juchizer“ sind auch viele mehrstimmige Jodler überliefert. Die hätten meditative Wirkung, ähnlich dem Rosenkranzbeten oder dem buddhistischen „Om“, erklärt Meikl. Da könne man „unendlich lang singen“.

Typisch für das Jodeln ist das hörbare Hüpfen von der kräftigen Bruststimme in die klangvollere Kopfstimme. Deshalb können es klassisch ausgebildete Sänger meist nicht, sie haben den Bruch in der Stimme wegtrainiert.

Jodler ist auch nicht gleich Jodler. Je nach Region klingt er anders. Die Pinzgauer und Pongauer singen zum Beispiel „rescher“ als die Bayern. Was die Kommunikation nicht weiter störte. Des Jodlers Disziplin war ja stets die Kurzstrecke.

Von Petra Suchanek

Alle Termine auf: www.salzburgervolksliedwerk.at