Die unsichtbare Dauerlast: Elektrosmog

Mediziner warnt: Wir gehen zu sorglos mit den immer zahlreicheren smarten Geräten um. Zu viel Funkstrahlung kann dauerhafte Überempfindlichkeit verursachen.

Unser Leben wird zunehmend „smarter“. Doch wie wirken Funktechnologien  und der verursachte Elektrosmog auf unsere Gesundheit? Diese Frage fällt  unter den Tisch, während ständig neue technische Anwendungen auf den Markt kommen. Zu dieser kritischen Bestandsaufnahme kommt der Salzburger Landes-Umweltmediziner Gerd Oberfeld gemeinsam mit Kollegen der Europäischen Akademie für Umweltmedizin in der  „EMF-Leitlinie 2016“.

Handy, WLAN und Co als Krebserreger?

Zeitgleich empfahl die Akademie wegen mehrerer Studien, Funkstrahlung „als definitives Karzinogen“ (Krebserreger) einzustufen.  Ein Umdenken auf politischer Ebene ist noch nicht in Sicht.
Aber wie kann sich der Normalbürger  vor zu viel Elektrosmog schützen? „Wir gehen zu sorglos mit Smartphones und WLAN um“, stellt Gerd Oberfeld fest.

 

Dr. Gerd Oberfeld, Umweltmediziner des Landes: „Zu viel Funkstrahlung kann zu Schlafstörungen und Kopfschmerzen führen – auch schon bei geringer Strahlung.“ Bild: GKK

Der Umweltmediziner hat für das SF errechnet, welche Funkstrahlung in welchen Alltagssituationen auf den Menschen einwirken.  Es geht um hochfrequente elektromagnetische Wellen bzw. Felder (EMF) und die können sehr hoch ausfallen – etwa im Fall eines schlecht situierten WLAN. Es gibt aber  praktische Tipps, wie man die Strahlung stark reduzieren kann, auch beim Handy – Lesen Sie dazu nebenstehenden Beitrag „Was strahlt wie stark? Wie reduziert man Funkstrahlung?“

Hypersensitivität kann entstehen

Das „Gemeine“ an einer längerfristigen „Überdosis“ Funkstrahlung ist: Manche Folgeerkrankungen wird man nicht mehr los. „Bei intensiver Nutzung von WLAN und Mobiltelefonen besteht die Möglichkeit, dass Menschen im Laufe der Zeit eine Hypersensitivität gegenüber Funkstrahlung entwickeln“, erklärt Oberfeld. Ist man erst einmal elektrohypersensibel, leidet man unter Konzentrationsproblemen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Erschöpfung, auch schon bei sehr geringen Strahlungsdichten.

Von WLAN auf Kabel umstellen half

Maria-Theresia Fenninger aus Eugendorf ist eine Betroffene. „In großen Geschäften mit vielen Menschen und ihren Smartphones bekomme ich einen Druck im Kopf und fange an zu zittern.“ Sie lebe jetzt zurückgezogen. Im Wohnhaus hat man von WLAN auf Kabel umgestellt. Das WLAN der Tochter wird nur noch eingeschaltet, wenn sie dieses benutzt. „Über die Elektrosmogkrankheit wissen viele Ärzte nichts. Das muss sich ändern“, fordert Peter Müller  von der Selbsthilfe Elektrosmog-Salzburg (Tel.: 06274/78066).

Bürger beginnen aufzubegehren

Langsam beginnen betroffene Bürger aufzuschreien. „Verzweifelt“, ergänzt Franz Köck, der die Selbsthilfegruppe unlängst an Bord der Bürgerplattform „aktion 21 austria“ geholt hat und gemeinsam mit dem FPS-Politiker   Markus Steiner via Petition von der Landesregierung fordert: „Diese Menschen benötigen dringend entsprechenden Lebensraum ohne Elektrosmog.“ Die Antwort: Der Bund sei zuständig. Köck: „Jetzt probieren wir es bei der Bundesregierung.“

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Sabine Tschalyj