Wilco will man (fast) immer

Es sind diese gewissen Stunden, in denen man ruhige Musik sucht. Weil es eh so stressig ist, weil Runterkommen so gut tut.

Und dafür gibt es längst Alternativen zum üblichen Repertoire – von Dylan über Norah Jones bis Jack Johnson. Wilco, eine Independent-Band aus Chicago, steht da in unserer ersten Reihe. Ihre Ursprünge aus Country und Folk sind nicht zu überhören. Ausflüge in die Elektronik stellten traditionelle Fans stets auf eine harte Probe. Trotzdem ist es gerade diese ungewöhnliche Mischung, die Wilco auszeichnet. Und dann kommt alles so ruhig und unaufgeregt daher, ohne Schnickschnack und Firlefanz. Vermutlich deshalb nehmen einen die Melodien gar so schnell gefangen.

Mit Wilco lässt sich ab- und eintauchen zu sich selbst. Vom neuen Album „Schmilco“ schmiegen sich „Cry All Day“ und „If I Ever Was a Child“ besonders an. An die großen Klassiker von Wilco reichen die neuen Songs aber nicht wirklich heran. „How to Fight Loneliness“ bleibt unantastbar – und natürlich das unorthodoxe „You and I“. Übrigens ein zarter Hinweis, dass man nicht unbedingt allein sein muss, um Wilco zu genießen. Und schon gar nicht depressiv, oder traurig . . .

 

Hermann Fröschl