Generation Faulenzer

„Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte.“

Das ist das Zitat eines sehr berühmten Mannes. Stimmen Sie dem zu? Faulenzen und vor dem Fernseher hängen sind Programm. Weiß die Jugend heutzutage überhaupt noch, was sie mit ihrer Freizeit anfangen soll? Was, wenn ich Ihnen nun sage, dass dieses „aktuelle“ Zitat schon mehr als 2417 Jahre alt ist und vom Philosophen Sokrates stammt?

Freizeit und Jugendliche sind wohl Themen, die zusammen gehören. Der Jugend ist ihre Freizeit heilig, umso überraschender, dass so genannte fixe Hobbys einen immer höheren Stellenwert einnehmen. Ob Theaterverein, Musikkapelle oder Trachtenvereine, Jungschar, Pfadfinder oder Jugendrotkreuz; gemeinschaftliche Freizeitgestaltungen liegen im Trend.
Entgegen der gängigen Meinung stellen gerade Vereine einen Fixpunkt im Leben vieler Jugendlicher dar. Oftmals widmen junge Leute große Teile ihrer Freizeit der Tätigkeit im Verein, wo es dann heißt: Probewochenende statt Fortgehen.

Gerade in Zeiten, wo Familien immer instabiler werden und schon Schüler unter einem beständigen Leistungsdruck stehen, können Vereine oder sogenannte Freifächer wie etwa Theater einen willkommenen Ausgleich bieten. Hier erhalten Jugendliche die Möglichkeit, sich auszuleben und sich, unabhängig vom Leistungsdruck, ihren Interessen hinzugeben. Und das alles mit Menschen um sich, die diese Begeisterung auch noch teilen.

Gerade dies ist wohl einer der Hauptgründe, weswegen Jugendliche überhaupt Vereinen beitreten: die Gemeinschaft. Bei Vereinen wie der Landjugend ist man ein Teil einer Gruppe, lernt neue Leute kennen und erhält die Gelegenheit, sein Umfeld in der Gemeinde aktiv mitzugestalten. Theatervereine ermöglichen Jugendlichen, in andere Rollen zu schlüpfen und sich auf der Bühne auszuleben. Man erfährt sich als wichtiger Teil des Ganzen. Bei den Musikkapellen ist es nicht anders, denn wie bei fast allen Vereinen gilt: Gemeinsam Großes schaffen.

In einer Zeit, in der den Jugendlichen nicht mehr viel zugetraut, aber sehr viel abverlangt wird, haben Vereine ihren festen Platz gefunden. Sie bringen Stabilität, Menschen, die mit einem dieselbe Leidenschaft teilen und das Gefühl, etwas zu bewirken. All das machen die Vereine und Freifächer für Jugendliche so interessant. Dort trifft man sich und findet in der besonderen Gemeinschaft vielleicht sogar eine zweite Familie . . .

Julia Sterzing ist 16 Jahre alt, kommt aus Eugendorf, geht in die BAfEP in Salzburg. Ihre Hobbys sind Theater, Trompete spielen, schreiben (Poetry Slammen). Sie will Kindergartenpädagogin werden und mit ihren Texten irgendwann mal Geld verdienen.

Das „junge Fenster“ sucht Autoren!

Das „Salzburger Fenster“ bietet jungen Autorinnen und Autoren hier eine Plattform zum Gedankenaustausch. Regelmäßig veröffentlichen wir ihre Beiträge. Die Themen können die Jugendlichen frei wählen – und werden in Absprache mit der Redaktion verfeinert. Das Klischee, dass die Jugend nicht mehr an Zeitung und Schreiben interessiert ist, erweist sich angesichts der zahlreichen Zusendungen als Trugschluss. Jugendliche, die gern schreiben und ihre Gedanken auch veröffentlichen wollen, bitten wir, sich bei uns zu melden. Einfach ein paar Zeilen an die Mailadresse interaktiv@svh.at schreiben und schon geht’s los.