Vom Tischler zum Tätowierer

„Künstlerisch am Körper tätig sein“, das fasziniert „Balu“. Jetzt ist er selbstständig.

Als Markus Linher, genannt „Balu“, vor eineinhalb Jahren den Sprung in die Selbstständigkeit wagte, war er in der Szene längst kein Unbekannter mehr. Nach zehn Jahren als Mitarbeiter eines Tattoo-Studios am Müllner Hügel hatte sich der Salzburger einen Kundenstock aufgebaut, der ihm den Gedanken an die Selbstständigkeit erstmals wirklich plausibel erscheinen ließ.

Tätowieren beschreibt Linher als langen Lernprozess. „Es gibt viele verschiedene Hauttypen. Und auch die zu tätowierenden Stellen sind immer unterschiedlich.“ In den ersten eineinhalb Jahren seiner „Lehrzeit“ sei er sehr viel am Zeichentisch gesessen, habe den anderen Tätowierern bei der Arbeit zugesehen und sich intensiv mit der Technik, der Geschichte und den vielen Stilrichtungen des Tätowierens auseinandergesetzt. „Erst dann durfte ich unter Aufsicht und Anleitung meines Chefs auf einem guten Freund von mir die erste Tätowierung anfertigen.“

Warum er Tätowierer wurde und nicht seinen ursprünglichen Lehrberuf des Tischlers ergriffen hat, ist schnell erklärt. „Tätowieren ist ein Lifestyle. Künstlerisch am Körper eines anderen tätig zu sein, die ständige Abwechslung, der Kontakt zu den Kunden – das hat mich schon immer fasziniert“, sagt Balu.

Das skurrilste Tattoo seiner Laufbahn als Tätowierer will er aus Rücksicht auf den Kunden nicht verraten. Immer wieder müsse er aber Tattoo-Wünsche ablehnen. „Natürlich mache ich nichts strafrechtlich Relevantes. Aber auch Cover-up-Geschichten, bei denen ich Tattoos, die andere verhaut haben, herrichten soll, lehne ich mittlerweile ab, weil man da oft nicht mehr viel machen kann“, sagt Linher.

Die Gründung des Studios ging reibungslos über die Bühne. Die Räumlichkeiten, in denen früher eine Zahntechnikfirma untergebracht war, fand er übers Internet. Mit einem zweiten Tätowierer teilt er sich die Miete.

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