Mann darf eitel sein!

Ein „Barber“ für echte Männer: Whisky, Tennis und ein schneidiger Bart.

Da kann Frau schon mal neidisch werden: Über Stufen mit rotem Teppich gelangt man in den unterirdischen Salon von „The Barber“. In der Mitte sticht eine große Bar ins Auge. Während man auf die Behandlung wartet, kann man es sich mit einem Glas Whisky auf der schwarzen Ledercouch gemütlich machen. Falls gerade ein wichtiges Fußball- oder Tennisspiel läuft, stehen mehrere große Flatscreens bereit. Die Atmosphäre ist entspannt, seriös und doch familiär.

Das kleine Paradies für den Mann befindet sich in der Markus-Sittikus-Straße, direkt in der Villa Carlton. „The Barber“ ist ein Friseursalon für Männer. „Jeder ist willkommen, solange du ein Mann bist“, steht auf der Facebook-Seite zu lesen. Dazu gehört außerdem ein Tattoostudio.

Seit knapp einem halben Jahr ist „Barber“-Chef Sebastian Pfister in Salzburg erfolgreich. Schon länger betreibt er einen Salon nach dem gleichen Konzept in Ramsau im Zillertal. Der Tiroler ist bereits in dritter Generation Friseur. Nach der Lehre entschied er sich zunächst für ein Management-Studium, das ihn unter anderem nach Texas verschlug. Nach einem kurzen Zwischenstopp in einem großen Konzern machte er sich selbstständig. „Ich wollte wieder zurück zum Handwerk“, erinnert sich Pfister. Mit „The Barber“ hat er einen Salon für Männer geschaffen, der den Friseurbesuch zu mehr als einem Pflichttermin macht: „Viele Männer wollen beim Friseur möglichst schnell wieder raus“, meint Pfister. „Bei uns hingegen soll eine Atmosphäre zum Runterkommen herrschen. Wenn sie zum ersten Mal kommen, sind manche Kunden noch ziemlich hektisch, schauen dauernd auf ihr Smartphone, oder telefonieren sogar. Wenn sie das nächste Mal da sind, nehmen sie sich schon viel mehr Zeit.“ Dass nämlich ein Friseurbesuch nur von Frauen ausgiebig zelebriert werden darf, ist für Pfister unverständlich: „Der Friseur ist auch für den Mann eine Vertrauensperson.“ Auch Schönheit müsse nicht immer auf Frauen reduziert werden: „Eitel sind wir doch alle. Die Männer oft noch viel mehr als die Frauen“, ist sich Pfister sicher und fügt hinzu: „Außerdem ist niemand weniger Mann, wenn er sich pflegt.“

Der Bart wird nie „out“ , Wuschelhaare schon

Dass ein Mann gepflegt ist und sich Gedanken über sein Äußeres macht, ist für den „Barber“ nämlich wichtiger als einem bestimmten Trend zu folgen. Wer in Sachen Haarpracht trotzdem nicht von gestern sein will, kann mit einem Bart nie falsch liegen: „Der Bart wird nie out. Egal ob Vollbart, Schnauzer, oder Drei-Tage-Bart“, weiß der Experte. Wichtig sei nur die Pflege: „Nichts ist schlimmer, als ein borstiger Wildwuchs. Darunter leiden dann ja auch die Frauen“.

Beachten muss man laut Pfister auch die Kombination aus Bart und Frisur: Wenn der Bart auffallend und wild ist, sollten die Haare eher kurz und gezähmt sein. Die Wuschelhaar-Frisuren der letzten Jahre seien nicht mehr in, sagt Pfister: „Dieser totale Out-of-Bed-Look war einmal modern. Heute wirkt das einfach nur ungepflegt.“ Generell komme es aber natürlich auf den Typ Mann an, wirft Pfister ein.

Bei „The Barber“ vertrauen Männer aus allen Gesellschaftsgruppen auf die Expertise von Pfister und seine Kollegen. „Unsere Kunden reichen von Studenten bis hin zu Geschäftsführern. Der älteste Kunde ist 96 Jahre alt.“

Die Autorin ist erreichbar unter katharina.maier@svh.at