Wie wir unserem Herzen wieder „Gas geben“

Das Herz ist unser körpereigener Motor. Doch wie beeinflusst die ständig wachsende technikbasierte Mobilität unser Herz?

Früher ging der Mensch. Dann kamen Pferde, Kutschen, Fahrräder. Mit Auto, Bus, Bahn und Flugzeug wurde alles noch viel schneller. Und vor allem mühelos. Ärzte sehen diesen Fortschritt kritisch. Weil wir uns immer weniger bewegen und sogar zum Bäcker ums Eck mit dem Auto fahren, nehmen Herz- und Kreislaufprobleme auch in Österreich stetig zu. Das bestätigt Herzspezialist Reza Talebzadeh, langjähriger Wahl-Kardiologe in Salzburg. „Meine Patienten werden jünger. Immer öfter sind sie erst 40 bis 50 Jahre alt“, so der gebürtige Perser.

Gehen, Laufen, Radeln schützen vor Herzinfarkt

Mangelnde Bewegung ist einer der größten Risikofaktoren für das Herz. „Alles, was der Körper aufnimmt und nicht verbraucht, lagert sich als Fett an und schädigt die Gefäße. Folgen sind Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes“, erklärt Talebzadeh.  Herz- und Kreislauferkrankungen sind in der westlichen Welt heute die Todesursache Nummer Eins.

 

Kardiologe Reza Talebzadeh: „Das Herz will Training.“

„Unser Herz ist darauf aus, dass man Bewegung mitmacht. Je weniger wir vom Herz anfordern, desto weniger ist es trainiert“, so der Kardiologe. Man merkt es selbst: Wer sich nicht bewegt, dem schlägt das Herz schon zum Hals heraus, wenn er zu Fuß in den ersten Stock geht.

Eine halbe Stunde Bewegung pro Tag

Was der Mediziner rät, um sein Herz auf dem Laufenden zu halten: „Jeder sollte sich täglich mindestens eine halbe Stunde lang bewegen. Am besten in mittlerer Intensivität, also zwischen Bummeln und richtig Schwitzen.“ Ob beim Walken, Laufen oder Radfahren  – frei sprechen soll noch möglich sein.

Von Sabine Tschalyj

Die Autorin ist unter sabine.tschalyj@svh.at erreichbar