So schont der Urlaub auch die Natur

Der CO2-Ausstoß sei nicht die einzige Gefahr, die unser modernes Reiseverhalten mit sich bringt, sagt Robert Bichler. Gemeinsam mit Eva Gaderer beschäftigt er sich auf dem Blog DeeperTravel mit nachhaltigem Reisen und den Auswirkungen der globalen Tourismuswirtschaft.

Neben dem ökologischen Fußabdruck könne Tourismus wirtschaftlich und kulturell ausbeuten, erklärt er: „Etwa durch schlechte Arbeitsbedingungen in der Hotellerie, Attraktionen in Naturschutzgebieten, Wasserverschwendung in Trockengebieten, oder wenn kulturelle Stätten in Disneylands umgebaut werden.“ Wenn eine Region unter Tourismus leidet, besteht für Bichler Handlungsbedarf: „Leider widerspricht Nachhaltigkeit den Regeln des Kapitalismus. Das erscheint auf den ersten Blick nicht profitabel.“

Dass wir heute problemlos um die Welt reisen können, sieht Bichler zunächst positiv: „Problematisch wird es nur, wenn Mobilität Selbstzweck wird und nur eigenen Bedürfnissen dient.“ Beispiele seien Shoppingtrips nach Paris oder Kurzreisen in die USA.

Um das Gewissen Reisender zu beruhigen, bieten manche Fluglinien Ausgleichszahlungen an, um den CO2-Ausstoß zu kompensieren. „Das kommt aber eher einem Placebo gleich“, weiß Bichler. Wichtiger sei, das eigene Reiseverhalten zu überdenken. Nachhaltig zu verreisen sei gar nicht so schwer, sagen die beiden Reiseblogger. Hier noch fünf Tipps für die Reiseplanung, die jeder einfach umsetzen kann:

Tipps für einen nachhaltigen Urlaub
  1. Lokal einkaufen und in Unterkünften Einheimischer wohnen
  2. Alternative Transportmittel wählen, auch wenn sie langsamer sind
  3. Vorab umfassend über das Zielland informieren
  4. Ressourcen vor Ort sparsam verwenden
  5. Die lokale Bevölkerung kennen lernen und sich ihre Geschichte erzählen lassen.

 

Eva Gaderer und Robert Bichler geben auf ihrem Blog deepertravel.de Tipps fürs nachhaltige Reisen und haben ein E-Book zum Thema verfasst.

 

Katharina Maier

Titelfoto: DeeperTravel