Mobil zu Fuß: Schuhe tragen uns durchs Leben

Einer ist keiner: Es dürfen ruhig mehr Schuhe sein, sagen auch Mediziner. Denn richtig mobil macht den Menschen erst der Schuh.

Er schützt – und er schmückt. Schuhe verraten viel über ihre Träger. Liebt man es flippig oder dezent, sportlich oder elegant? Dann ist da noch eine ganz spezielle Paarbeziehung: Frauen und Schuhe.  „Schuhe verändern dein Leben, frag Cinderella!“, so ein beliebter Spruch im Internet.

Schuhtrends 2017: Blumig, pastell,  Glitzer, Blockabsatz

Die gute Nachricht ist: Heuer gibt es haufenweise Gründe für Veränderung. Die Schuhsaison wird richtig bunt. Blumen- und Ethnomuster aber auch Glitzer, Metallic, Broschen, Stickereien und Perlen stehen hoch im Kurs. „Bei den Farben ist pastell angesagt. Es geht heuer ganz stark in Richtung rosa, aber auch hellblau“, sagt Ilona Aringer (Bild), Geschäftsführerin von miaShoes Salzburg.

Ilona Aringer, Geschäftsführerin von miaShoes Salzburg, kennt die Trends der Schuhsaison. Foto: Suchanek

Die bequemen Sneakers haben nach wie vor Saison, Ballerinen und Mokassins kehren zurück.  Bei den Pumps  dominieren  Blockabsätze, aber auch die zarten, feinen Stöckel liegen im Trend.

Flache Schuhe wie Espandrillos sind häufig mit  durchgängigem Sohlen-Plateau  versehen. Bei  Regen empfiehlt Aringer den Griff zu leichten, ungefütterten Sommerboots aus gewaschenem Leder. Beim Material hat neben Glatt- und Veloursleder Textiles wie Tweed  die Nase vorn.

Apropos Nase: Kunstleder ist nicht zu empfehlen, denn Kunststoff lässt keine Luft durch, der Fuß beginnt zu schwitzen. Und wer hat schon gerne Schweißfüße.

  • Kate Gray, Lederkombi-Schnürschuh. (Fotos: Humanic)
  • Kate Gray, Lederkombi-Sandale.
  • GUESS Denim Sandalette.
  • LAZZARINI, Textil-Sandalette.
  • ALISHA Veloursleder-Sandale
  • UNISA Velourleder-Wedge

 

Verschiedene Schuhmodelle tragen, rät Orthopäde Berka

So schön Schuhe auch sind, so schön können sie drücken. Diese Erfahrung ist in der Regel den Frauen vorbehalten: Wer in spitzen Schuhen und auf hohen Absätzen durch die Gegend stöckelt, muss einiges aushalten.

Der Schmerz geht zwar vorbei, langfristig gesehen kann das permanente Tragen enger Schuhe aber Schäden am Fuß mit sich ziehen, warnt der Salzburger Orthopäde Johann Berka, Oberarzt an den Salzburger Landeskliniken. Denn: „Schuhe haben einen großen Einfluss auf den Fuß und seine Gesundheit.“

Gerade im Kindesalter, wo das Skelett noch wachse, müsse man unbedingt auf ausreichend Platz im Schuh achten. „Beim Gehen und Laufen wird der Fuß etwas länger. Dieser Tatsache muss der Schuh Rechnung tragen“, so Berka.  Kleinkindern fehlt noch die Sensibilität für zu kurz oder zu eng, da müsse man besonders aufpassen.

Wie sieht der ideale Schuh aus medizinischer Sicht aus? Er sollte genug Platz bieten,  aber auch nicht zu weit sein, um Instabilitäten zu vermeiden. Die Sohle sollte den Abrollvorgang gut unterstützen. Wer denkt, er müsse seine Füße  entlasten, der irrt. Berka: „Bewegungsmangel ist grundsätzlich schlecht. Ein gesunder Fuß braucht keine Entlastung. Die Frage ist eher, was  ihn belastet.“

Wer seinem Fuß Gutes tun will, der sollte auf eine wechselnde Beanspruchung achten. Sowohl was die Dauer, den Untergrund und den Wechsel von Schuh-  und Barfußgehen betrifft.  Wichtig ist auch das Training der Unterschenkelmuskeln. Diese sorgen für die dynamische Stabilisierung des Fußes.

Wer  mit schlechtem Gewissen nach den trendigen Schuhen in den Schaufenstern schielt, weil der Schrank zuhause voll ist, dem sei ein weiterer Rat Berkas ans Herz gelegt: „Verschiedene Modelle ergeben unterschiedliche Belastungssituationen“, das ist gut für die Fußmuskulatur. Verschiedene Modelle? Na, also!

Von Petra Suchanek

Die Autorin ist erreichbar unter petra.suchanek@svh.at