Firntouren mit den Öffis: Die Großwandspitzen

„Bergsport ist Motorsport“, lautet ein bekanntes Bonmot. Tatsächlich stehen oftmals die zurückgelegten Kilometer in keinem Verhältnis zu den absolvierten Höhenmetern.

Wer aber nicht mit dem Auto fährt, ist als Bergsteiger stark eingeschränkt. Touren mit Öffis sind sommers wie winters schwer zu organisieren. Aber es gibt sie! Selbst im Frühjahr kann man eine Firntour mit dem Postbus machen. Zumindest wenn man in Radstadt startet. Abfahrt 6.03 in Radstadt am Bahnhof – Fahrzeit zur Haltestelle Felseralm rund 20 Minuten. Infos: www.postbus.at

Ausgangspunkt:

Haltestelle Felseralm an der Straße nach Obertauern (1514m).

Anstieg:

Von der Straße entlang der Zufahrtsstraße hinauf zum Jugendgästehaus Felseralm (1627m). Weiter entlang des Sommerweges nach Südwesten bis zu einem Wegweiser (1671m). Hier beginnt der Ernst der Tour: Man steigt steil nach Südwesten zu einer Felsbarriere auf. Dieser geht es entlang bis kurz vor die Hirschwand, wo sich ein Durchschlupf nach Süden auftut. Durch diesen hinauf in einen Kessel und steil auf einen Rücken, der nach Südosten auf die Vordere Großwandspitze (2380m) leitet. Oder man steigt aus dem Kessel weiter nach Süden an und gelangt so – ebenfalls steil – auf den Westrücken über den es nach Osten auf die Hintere Großwandspitze (2437m) geht. Abfahrten wie Anstiege.

Variante 1:

Ebenfalls lohnend und zur Recht beliebt ist der Ostanstieg auf die Vordere Großwandspitze. Man folgt vom Wegweiser (1671 m) der Spur Richtung Glöcknerin über den Steilhang hinauf zum Wildseekreuz. Nun an der Westseite des Sees entlang bis man zu einem steilen Hang kommt, der in den Sattel zwischen den beiden Bergspitzen hinaufweist. Aus diesem Sattel nach Norden zum Kreuz.

Variante 2:

Gut kombinierbar ist der Ostanstieg auf die Vordere Großwandspitze mit der Glöcknerin (2433 m). Nach der Abfahrt zum See heißt es wieder anfellen und quer entlang der Ostwand der Großwandspitzen hinauf in eine Mulde; südostwärts auf einen Rücken und so zum Gipfelkreuz. Abfahrt durch die Gipfelmulde, dann nordwärts um einen Felssporn herum, steil hinunter zum See – 100 Höhenmeter Gegenanstieg zum Wildseekreuz und entlang der Aufstiegsspur runter zur Felseralm.

Hier können Sie die Route downloaden.

Wissenswertes

Anforderung: Kurze, aber sehr steile Firntouren, 850 bis 900 Höhenmeter und jeweils 2,5 Stunden Anstieg.

Ausrüstung: Skitourenausrüstung, Harscheisen obligat, Skihelm.

Karte: AV-Karte Nr.45/2, „Niedere Tauern II“, 1:50.000.

Literatur: Clemens M. Hutter/Thomas Neuhold, „Skitourenatlas Salzburg – Berchtesgaden“, 2. Auflage, Verlag Pustet, Salzburg 2014.

Einkehr: Gnadenalm

Lawinenlagebericht: www.lawine.salzburg.at