Der Vorkoster testet die Salzburger Foodtrucks

Der Vorkoster hat sich die mobile Gastronomie vorgenommen. Da er noch zu fit ist für Essen auf Rädern, folgte er den Food Trucks. Baby-Feuchttücher brauchte er trotzdem.

Er kennt Kollegen, die für dieses Stück Amerika nur Hohn übrig haben: zu teuer, zu schlecht sei das Essen. In Salzburg gibt es drei der Lastwagen-fahrenden Küchen. Mit kulinarischer Spannweite: Mexiko, Burger, vegan. Bald soll ein Italiener folgen.

Der älteste Truck Mucho Gusto wirbt mit „original mexikanischer Küche“. Das kann man als Drohung auffassen: Mexikanische Kost gehört angeblich zu den schlechtesten der Welt. Aber vom Standort vor Wein & Co an der Alpenstraße wäre der Weg zum Magenbitter nicht weit. Viel Volk kam, vom Sakkoträger bis zum jungen Paar, das nach den Klängen aus dem Kofferradio tanzte.
Vor allem gibt es Burrito und Tortilla (€ 5,90 bis 7,90), zwei Verpackungsteige also, für Rind, Huhn oder Gemüse, alles geschnetzelt. Das mag unterschiedlich schmecken, aber so richtig spürt man das nicht. Auf dem Plastikteller sind drei Soßen und weitere Süß- oder Scharfmacher stehen auf dem Tisch. So kombinierten sich die Gäste die Aromen zusammen, scharf oder schärfer. Alle aßen mit sichtlichem Vergnügen, ohne Schnaps.

PS-glänzend steht der Truck von D’s Burger auf dem Parkplatz von Renault Sonnleitner in Sam. Das D im Namen steht für Daimler, und der Lkw ist passend ein Benz. Drei Burschen in Schwarz bruzzeln Burger-Fleisch – grillen war schon immer ein Männer-Ding. Die Vorkosterin nahm paniertes Hühnerschnitzel als Inhalt ihres Burgers (je € 7) samt Cheddar-Käse. Der Vorkoster versuchte Polled Pork. Die Pommes frites waren knusprig und wohlriechend, die selbst gemachte Zitronenlimo zeigte säuerliche Frische. Nur der Vorkoster sah nach dem Mahl aus wie sein vierjähriger Enkel, der ein Baby-Feuchttuch braucht.

Vleischpflanzerl, der Name des dritten Trucks, ist natürlich witzig gemeint. Nicht F für Fleisch sondern V für vegan. Und die Verwechslungskomödie geht weiter: Im Burger namens Salzburger finden sich Speckwürfel, die – logisch – nicht vom Schwein, sondern aus doppelt geräuchertem Tofu sind – schmeckte ähnlich. Und das Vleischpflanzerl besteht aus Linsen. Geröstetes Sauerkraut dazu – und schon hielt man ein saftiges Mahl zwischen zwei Teig-Hälften. Schärfer geriet der Texaner mit Zwiebeln und BBQ-Sauce zu Linsen und Teig (beide € 6,50). Sauber in Duft und Aroma. Statt Pommes gab es Green Sticks – gebratene Fisolen mit Salz, eine gute Idee.

Auf dem Stadtwerke-Gelände war der Andrang groß, viele Studenten kamen, die Damen stellten sich den Burger individuell zusammen. Das dauerte. Wer diesen Truck verächtlich unter Fast Food einreiht, wird widerlegt. Das war astreines Slow Food.

Zu teuer die Trucks? Mit den Kampf-Preisen der US-Ketten kommt keiner mit. Aber das mobile Essen riecht und schmeckt klar besser. Und da ist der Spaß-Faktor: dem Mahl beim Werden zuschauen, ins Gespräch kommen, im Freien knabbern, mit der Sonne im Gesicht – Das hat was.

Termine und Standorte unter www.foodtrucks-oesterreich.at