Steiler Firn im Heutal: Der Reifelberg

In den Tälern schiebt der Frühling schon kräftig an, in den mittleren und höheren Lagen liegt aber noch viel Schnee. Es ist Firnzeit!

Für den wahren Skigenuss muss man die Brettln freilich oft schon ein Stück tragen. Das muss aber kein Nachteil sein, weil sich dadurch der Andrang selbst in so stark frequentierten Gebieten wie dem Unkener Heutal in Grenzen hält. Dass es hier auch durchaus rassig zugehen kann, beweist die Tour auf den 1883 Meter hohen Reifelberg.

Ausgangspunkt:

Kostenpflichtiger Parkplatz (1000 m) beim Heutalbauer. Zufahrt von Unken ins Heutal.

Anstieg:

Vom Parkplatz über flache Wiesen, dann entlang des markierten Sommerweges an der orographisch rechten Bachseite bis auf eine Almstraße. Hier nach Norden in den Karboden zwischen Vorderlahnerkopf und Reifelberg. Der Idealanstieg dreht bei zirka 1550 Meter nach Westen und man querte auf den Südrücken. Diesen Rücken hinauf, bis man knapp vor dem Gipfel zu einem felsigen Scharterl kommt. Der folgende Steilaufschwung zum Gipfel wird am besten links des Grates umgangen.

Abfahrt direkt vom Gipfel steil nach Südosten in das Kar. Dann entweder am Anstiegsweg retour oder bei einer Höhe von 1500 Meter südostwärts zur bewirtschafteten Hochalm hinüber, weiter entlang der Rodelbahn bis zum „Guten Hirten“ (1273 m, Wegweiser, Marterl) und entlang der „Piste“ hinunter zum Heutalbauern.

  • Vom Sonntagshorn aus zeigen Reifelberg & Co ihre abweisende Seite. Foto: Neuhold
  • Das Anstiegskar zum Reifelberg. Links der Reifelberg, rechts hinten der Vorderlahner, rechts vorne das Hirscheck.
  • Spitzkehrenballet im steilen Firngelände.
  • Anstieg am Südrücken zum Reifelberg.

 

Variante 1:

Ein ebenfalls sehr lohnender Firngipfel und nicht minder anspruchsvoll ist das Hirscheck (1882 m). Der Anstieg führt von den ersten Hütten der Hochalm im Prinzip direkt nach Norden, wobei man immer etwas westlich des eigentlichen Grates bleibt. Abfahrt vom Gipfel kurz retour und dann in die auffallende, steile Hirscheckrinne retour zur Hochalm.

Variante 2:

Übergang vom Hirscheck zum Vorderlahnerkogel (1907 m). Dazu wird der steile Südwesthang gequert. Vom Vorderlahner geht es ziemlich rassig nach Süden in das oben beschriebene Kar zwischen Reifelberg, Vorderlahner und Hirscheck.

Hier können Sie die Route downloaden. 

Wissenswertes

Anforderung: Anspruchsvolle Skitour, steil. 900 Höhenmeter, 3 Stunden im Anstieg. Alle beschriebenen Touren erfordern absolut stabile Verhältnisse. Südexposition – Frühzeitig aufbrechen!

Ausrüstung: Skitourenausrüstung, Harscheisen.

Karte: AV-Karte Nr. BY 19, „Chiemgauer Alpen Ost – Sonntagshorn“, 1:25.000.

Literatur: Sepp Brandl, Skiführer „Berchtesgadener und Chiemgauer Alpen“, Verlag Rother, 2. Auflage, München 2005.

Einkehr: Hochalm bis Ostern geöffnet

Lawinenlagebericht: www.lawine.salzburg.at

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.