Jetzt wandern wieder Kröten und Frösche. Helft alle mit!

Selten sind sie so gefragt und leicht umzusetzen wie in diesen Tagen. Und trotzdem mangelt es noch an Händen, die freiwillig mithelfen: Bei der Krötenwanderung in Stadt und Land Salzburg.

Aber der Reihe nach: In der Dämmerung beginnt in der städtischen Kreuzbergpromenade gerade das große Krabbeln. Dort hinter der Volksschule Abfalter queren  jetzt Kröten, Frösche und Molche die Straße, um zu den Laichplätzen bei den alten Schmederer-Weihern zu gelangen. Sie könnten das frohgemut tun, wären da nicht die Autos. So schnell kann der  Frosch gar nicht schauen, ist er totgefahren.

Das wollen Anrainerin Nannerl Wenger und   Juliette Mulvihill aus Parsch verhindern. Mit Stirnlampe, Warnweste und Kübeln ausgestattet, stehen sie täglich ab Einbruch der Dunkelheit parat, um die Tiere über die Straße zu tragen. Acht Wochen lang. Früher waren es viel mehr Tiere, weiß Wenger. Durch die Verbauung werde der Rückzugsraum für die Amphibien weniger. „Ich möchte, dass die Arten erhalten bleiben. Wir haben hier sogar Kammmolche.“

Nannerl Wenger und Juliette Mulvihill sind täglich in der Kreuzbergpromenade unterwegs, um Kröten, Fröschen und Molchen über die Straße zu helfen. Fotos (2): Suchanek

Im Vorjahr haben die beiden Frauen mit ehrenamtlichen Helfern 900 Tiere gerettet. Heuer stehen sie schon bei über 200 Exemplaren, dabei geht es erst richtig los. Amphibien und Lurche sind wechselwarm, Temperaturen unter fünf Grad plus mögen sie nicht. Wenger und Mulvihill hoffen auf viele helfende Hände.

Von Erwachsenen und Kindern – so wie Lucia und  Felix Hosp. Die Geschwister sind das erste Mal dabei und haben  Eltern und  Freunde mitgenommen. Als es im Laub raschelt, lauschen sie gespannt. Groß ist die Freude, als sie den ersten Frosch entdecken und aus dem Rinnsal fischen. „Morgen kommen wir wieder“, ist Felix begeistert.

Noch schauen Lucia Hosp, Niklas Binder und Felix Hosp etwas skeptisch auf die Kröte in Nannerl Wengers Händen, bald darauf sind sie Feuer und Flamme.

In der Sinnhubstraße findet sich die zweite  „Wanderstrecke“ in der Stadt Salzburg. Dazu kommen  im Bundesland Schutzzäune von insgesamt zwölf Kilometern Länge, deren Eimer regelmäßig geleert werden.  35.000 Tieren wurde 2016 von über 150 Helfern über die Straße geholfen.

Herpetologe Peter Kaufmann vom Haus der Natur, der den Freiwilligen-Einsatz  mitkoordiniert, hilft in der Sinnhubstraße. Er weiß, dass der  Mensch von Amphibien und Lurchen profitiert: „Sie fressen  viele ,Schadinsekten’ wie Schnecken oder Mückenlarven.“ Wer mit Grausen an Gelsenplagen mancher Sommer denkt, der sollte jetzt aktiv werden.

Wer helfen will:

Einfach vorbeischauen (mit Eimer samt Tuch, Taschenlampe,  Warnweste) oder anmelden: Telefon 0662-842653-3317 (Haus der Natur) oder per E-Mail: peter.kaufmann@hausdernatur.at

Von Petra Suchanek