Airport bereinigt umstrittene Polit-Personalie

Der Salzburger Flughafen sucht einen neuen Geschäftsführer – und nutzt die Umbruchphase gleich zur Bereinigung einer umstrittenen Personalie. Prokurist Andreas Rösslhuber, zuständig für das Geschäftsfeld Non-Aviation, verlor seinen Zweitjob als Geschäftsführer der Carport-GmbH.

Die Tochtergesellschaft betreut mit dem Minderheitsteilhaber Contipark das Parkhaus und beschäftigt weniger als 20 Mitarbeiter. Warum man „für die Minifirma zwei Geschäftsführer braucht“, habe sich den Eigentümern nicht erschlossen, wird dem SF aus Aufsichtsratskreisen berichtet. „Stadt und Land haben das moniert.“ Aufsichtsratschef Christian Stöckl habe das „zurückfahren wollen“, heißt es aus dessen Büro. Stöckl wolle Kosten einsparen und lasse „alles streng evaluieren“.

Zu wenig Transparenz Der gelernte Bankkaufmann Rösslhuber kam 2015 ins Unternehmen, wurde Prokurist und ein Jahr später Geschäftsführer der Parkhaus-GmbH. Die Besetzung war umstritten – weil darüber nicht transparent kommuniziert wurde und Rösslhuber der Bruder der Lebensgefährtin von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) ist. Gerüchte wurden laut, Rösslhuber sei „in Position“ gebracht worden. Haslauer, auch von seiner grünen Stellvertreterin Astrid Rössler darauf angesprochen, wies jegliche Einflussnahme entrüstet zurück. Rösslhuber sagte dem SF im Vorjahr, er sei „mit der Perspektive gekommen“, dass die Position des inzwischen ausgeschiedenen, kaufmännischen Vorstands Karl Heinz Bohl nachbesetzt würde. Es habe aber keinerlei Gespräche mit Haslauer gegeben.

Eine Bewerbung ist schon daDie Geschichte ist jetzt „vom Tisch“, heißt es bei den maßgeblichen politischen Vertretern. Der Ausschreibungstext für einen neuen Alleingeschäftsführer enthalte ein K.-o.-Kriterium: Der neue Chef für Österreichs zweitgrößten Flughafen braucht ein Hochschulstudium. Die Bedingungen wurden von den Eigentümervertretern Christian Stöckl und Bürgermeister Heinz Schaden verhandelt. Iro & Partners Salzburg hat die Stelle wunschgemäß in Österreich und Deutschland inseriert. Nach einer Woche hatte Agentur-Chef Philipp Schmölzer bereits eine Bewerbung auf dem Tisch. Die Bewerbungsfrist läuft bis 14. April. Der Aufsichtsrat erhält bereits Ende März einen Zwischenbericht.

Der Flughafen selbst mische sich in das Verfahren nicht ein, sagt Sprecher Alexander Klaus. Dass man die Expertise des jetzigen Vorstands Hermann Roland irgendwann heranziehe, sei jedoch anzunehmen.