Mit Handarbeit die Welt verbessern? Ja, es geht!

Plastiksackerl bringen Wale und Meeresschildkröten um. Die Tiere halten den Müll für Nahrung und sterben elend daran. In Österreich landen 5000 bis 7000 Tonnen Plastiksackerl im Müll – 50 pro Einwohner!

Jetzt sagt die EU dem Plastik den Kampf an. Endlich. Und die Handelsketten machen mit. „Papier statt Plastik“ (Billa), „Tschüss Plastik!“ (Merkur) oder „Pfiat di Sackerl!“ (Hofer) ist da zu lesen. Aber kann man der Umwelt im Kleinen Gutes tun? Die frühere Lehrerin Hermana Angelberger (siehe Seite 4,5) aus Puch zeigt: Ja, das geht!

Ihr Motto lautet: Müll vermeiden! Sie näht. Fertigt nachhaltige Einkaufstaschen. Und ihre Arbeit zieht ständig neue Kreise. Menschen und Betriebe bringen ihr Stoffe, die sonst im Abfall landen würden, damit sie was draus macht.

Die Pucherin steckt ihr Herzblut hinein. Und das kommt an. Im Freundeskreis wie in den Geschäften, die ihre Taschen verschenken. Kleine Täschchen für Apotheken, große für den Bauernmarkt, innen mit einer Handytasche, außen mit einer Geldbörse. Herz, was willst du mehr?

Einen moralischen Zeigefinger braucht Angelberger nicht. Sie drängt sich nicht auf. Verlangt nichts. In Ruhe hat sie ausgelotet, wo ihre Initiative einen guten Boden findet. Nach 2000 handgefertigten Taschen aus Reststoff ist klar: Die Saat geht auf. In den Köpfen von immer mehr Salzburgern. Ihnen legt Angelberger die Rutsche, der Umwelt ein bisschen Gutes zu tun. Möge sie viele Nachahmer finden.

Sabine Tschalyj