Heiraten: Alles eine Frage der Organisation

Auch ohne Weddingplaner kann man filmreif heiraten.

Karin wurde fast verrückt. Als hätte es nicht gereicht, dass sie ein böser Sonnenbrand auf ihren Schultern plagte, jetzt, in der Kirche, wäre sie beinahe auf dem Boden statt auf dem Stuhl gelandet, und durch eine unachtsame Bewegung riss auch noch das Häkchen vom Reißverschluss ihres Kleides ab. Just in dem Moment, als der Pfarrer die Worte „… oder für immer schweigen“ sprach, erschallte aus den hinteren Reihen einen lauter Schrei. Sie verfiel in Panik und fuhr schweißgebadet auf. Was für ein Glück – das war alles nur geträumt. Ihre Heirat stand erst in wenigen Tagen an, und im wirklichen Leben würde schon alles gut gehen, beruhigte sie sich selbst. Schließlich war alles gut geplant und vorbereitet.

Damit der viel zitierte „schönste Tag im Leben“ hält, was er verspricht, sollte man sich ausreichend Zeit für die Vorbereitungen nehmen. Da ist zunächst die Wahl des Hochzeitstermins. Die Monate zwischen Mai und September sind die Klassiker. Aber auch eine Hochzeit im Dezember oder Jänner hat ihren Reiz, etwa, wenn Gäste aus Ländern anreisen, in denen Schnee und Kälte etwas gänzlich Ungewohntes sind. Besonders gefragt sind so genannte Schnapszahlen. In diesem Jahr sind das etwa der 7. und 17. 7. 2017, im nächsten Jahr der 18. 1., der 1. 8. und der 18. 8. 2018.

Früher liefen die meisten Hochzeiten nach demselben Schema ab. Heute setzen Brautleute zunehmend auf Individualität und stellen die Feier unter ein spezielles Motto. Aktuell im Trends sind Themen wie Nachhaltigkeit und DIY – Do it Yourself. Ob gebrauchte Brautkleider, Blumenschmuck und Speisen aus der Region oder selbst gebastelte Hochzeitseinladungen und -karten auf umweltfreundlich hergestelltem Papier – geheiratet wird im Einklang mit der Natur. Auch Vintage ist in, wobei nostalgische Elemente durchaus auch mit modernen Akzenten verknüpft werden. Bei der Wahl des Brautkleides gilt es, moderne Trends mit der eigenen Persönlichkeit in Einklang zu bringen. Zweit- oder Drittmeinungen sind hierbei hilfreich. Zum einen von den Spezialisten, aber auch von Freundinnen oder anderen Vertrauten. „Brautmode im Mermaid-Stil steht vor allem großen Frauen gut“, sagt eine Expertin, „für kleinere Kleidergrößen eignen sich aber Kleider mit zahlreichen Lagen aus Tüll, die stark an Cinderella erinnern, sehr gut.“

Spitze war bereits im Vorjahr beliebt und ist auch auf den Fashionshows 2017 zu sehen. Die Kleider sind entweder von oben bis unten mit zartem Stoff besetzt oder weisen nur an bestimmten Stellen Einsätze aus Spitze auf. Ein weiterer Trend, den man noch von 2016 kennt, sind tiefe Rückenausschnitte – ob mit Perlenbesatz, Schleifen oder transparenten Einsätzen. Sexy ist und bleibt ebenfalls ein Thema. „Wer es sich leisten kann, braucht seine Reize nicht zu verstecken“ so die Expertin, „und welcher Bräutigam ist nicht stolz auf eine verführerische Braut?“

Ein Novum sind allerdings Jumpsuits und Overalls. Hier braucht es wohl etwas Mut, aber das braucht es zum Heiraten selbst ja angeblich auch.

Von Michaela Pircher