Die „Blauen“ müssen sich ändern

Sonst ist mit der FPÖ kein Staat zu machen.

Salzburgs Freiheitliche sind wieder gut drauf. Man geht davon aus, die Nummer zwei hinter der Landeshauptmann-Partei zu werden und strebt die Regierungsbeteiligung an. Nur das könne das Ziel sein, meint der langjährige Parteigänger Andreas Schöppl. Der Anwalt, der Gespräche mit Journalisten gern wie Kreuzverhöre anlegt, glaubt, am Ende zähle nur die inhaltliche Auseinandersetzung. Das mag stimmen – wenn man zuvor nicht tausend Türen zugeschlagen hat.

Genau das aber ist das Hauptproblem der Freiheitlichen. Wer gesehen hat, wie die Blauen sich beim Neujahrstreffen in der Messe Arena inszeniert haben, versteht, warum sie ihre Umfragehochs in den Wahlurnen nicht auf den Boden bringen. Straches Partei hat sich im Lauf der harten Oppositionsjahre derart verschanzt, dass man nicht mehr über die selbst errichtete Mauer sieht. Sah man sich früher von der „linken Jagdgesellschaft“ verfolgt, ist es heute „das System“, das sich „unterhakt“, um die FPÖ zu Fall zu bringen. Was für eine Opfer-Geschichte! Wie kann man sich, wenn man an die Spitze will, so jämmerlich darstellen?

Auch das Neujahrstreffen war eine einzige Freund-Feind-Inszenierung. Das Motto: Wir hier herinnen und draußen die Gegner. Sollte einer „unsere Marlene“ angreifen, riefen die blauen Männer ins Mikrofon, dann bekomme er es mit der ganzen FPÖ zu tun.

So beschwört man eine Welt, in der es keinen Dialog gibt, keinen politischen Diskurs, der die Demokratie am Leben erhält. Das hat nicht nur paranoide Züge, das ist auch aggressiv. Selbst Landeshauptmann Wilfried Haslauer, dem ein gewisse Schärfe nicht fremd ist, fühlte sich von blauen Führungsvertretern so unangenehm berührt, dass er ihnen bei einem Gespräch die Tür wies.
Wie, bitteschön, wollen die Freiheitlichen so jemals Teil einer Koalition sein?

Mit Marlene Svazek als neuer Parteichefin steht eine junge Frau im Rampenlicht und verstellt den Blick auf die Burschenschafter und strammen Nationalen, die nun wieder die Oberhand haben. Svazek mag politisch talentiert sein, mit 24 Jahren hat sie aber noch einen weiten Weg an Profilierung und Erfahrung vor sich.

Selbst wenn die Blauen die Sorgen der Menschen richtig erkennen: Ihr aggressive Auftritt und ihr irritierender Umgang mit zentralen Themen wie dem EU-Austritt machen vielen Menschen Angst. Salzburg Blaue müssen um die Mitte werben, wenn sie eines Tages mitregieren wollen.

Sonja Wenger

 

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