Allein unter Frauen … Teil 2

Ehrlicherweise habe ich nicht mehr so wirklich an eine Fortsetzung dieser Kolumne geglaubt. Hatten doch meine Kolleginnen nach dem Erscheinen von „Allein unter Frauen … Teil 1“ angekündigt, man werde fürderhin vorsichtiger sein, da man ja nun wisse, dass „der Feind“ ständig mithöre.

Aber siehe da – keine drei Monate später ist das eigens zu diesem Behufe angelegte Word-Dokument bereits gut mit zahlreichen, die weibliche Vorherrschaft im Großraumbüro verdeutlichenden Aussagen gefüllt. Die Bandbreite reicht dabei von pauschalen Männer-Verunglimpfungen über Seitenhiebe auf den „Maulwurf im Büro“ bis hin zu überraschenden Bekundungen, wonach es manchmal doch fein wäre, ein Mann zu sein – verkehrte Welt!

Aber was wäre eine Kolumne wie diese ohne konkrete Beispiele, die die werten Leser das Leben des Autors als Hahn im Korb nachempfinden lassen? Also bitte: Beschwert man sich am Montagmorgen kurz über das Ergebnis des vortägigen Formel-1-Laufs, heißt es gleich, Männer seien „schon einfacher gestrickt: Die Formel 1 schafft es, ihnen den Sonntag zu verderben“. Wie bitte? Einfach gestrickt? „Begeisterungsfähig“ ist wohl der treffendere Ausdruck. Überhaupt scheinen es ja nur unterschiedliche Dinge zu sein, für die sich die beiden Geschlechter leicht begeistern lassen.

Als vor wenigen Monaten das Kaninchen einer Kollegin im Sterben lag, war das Büro erfüllt von wehklagenden „Neeeeiiinnnnn!“-, „Aaaaahhhhh“- und „Na geeeehhh!“-Rufen. Dass ich mich von der allgemeinen Weltuntergangsstimmung nicht habe anstecken lassen, sondern ein „Daran sollte man halt schon bei der Anschaffung denken, dass die auch mal sterben“ eingestreut habe, wurde weniger verständnisvoll aufgenommen. Zumindest das Klischee des herzlosen Mannes war damit bestätigt.

Dazu passend ist mir zuletzt eine Kaffeetasse aufgefallen, die sich im weiblich dominierten Großraumbüro großer Beliebtheit erfreut. In fetten Lettern steht darauf geschrieben: „Männer sind primitiv, aber glücklich“. Noch während ich das gute Stück am Schreibtisch einer Kollegin kritisch beäugte, konnte eine weitere nicht anders, als ein „Ha! Du hast die beste Tasse überhaupt!“ hinauszuprusten. Dass dieselbe Kollegin wenig später mit der Aussage aufhorchen ließ, sie wäre manchmal doch gern ein Mann – die genauere Begründung bleibt an dieser Stelle ausgespart –, ging da maximal noch als Schadensbegrenzung durch.