„Keiner braucht Herrn Fuchs als Politiker“

„Landesrat Mayr kann nicht einmal genug Baumaterial beistellen.“

So geht Verkehrspolitik in Salzburg. Wenn einer im Auto den Stinkefinger zeigt, fährt der andere ihm auf. ÖVP-Klubobmann Christoph Fuchs attackiert nun Verkehrslandesrat Hans Mayr. Mayr tue zu wenig und rede zu viel, so Fuchs. „Der Landesrat versucht halt jedem zu gefallen, er verspricht, verspricht, kündigt an. Vielleicht schon mit dem Wissen, dass er es sowieso nicht einhalten wird.“ Alle Verkehrsprojekte, die Mayr eröffnet habe, hätten Vorgänger aufgesetzt. „Um die Abfahrt Hagenau hat Wilfried Haslauer gekämpft. Den Kreisverkehr bei der Münchner Bundesstraße haben Claudia Schmidt und Haslauer betrieben. Mayr hat es nicht einmal zusammengebracht, ausreichend Baumaterial zur Baustelle zu schaffen. Die stand zwei Wochen.“

Die Überbrückung Vigaun habe er, Fuchs, mit dem damaligen Halleiner Bürgermeister Christian Stöckl realisiert. „Landesrat Mayr hat da keinen Finger gerührt.“ Was die neuen Verkehrsmaßnahmen anbelangt – Musterkorridore, Park-and-Ride-Plätze –, sieht Fuchs „bei Landesrat Mayr nirgends, dass es substanzielle Fortschritte gibt, zum Beispiel bei den Verhandlungen mit den Bürgermeistern“.

Im Gegenteil, Mayr habe der Stadt sogar etwas zu Fleiß getan, weil er mit Bürgermeister Heinz Schaden über Kreuz ist. „Er hat die Errichtung der Busspur auf der Münchner Bundesstraße auf 2018 verschoben, obwohl das fertig ist und wir heuer beginnen wollten. Mayr will keine Baustelle im Wahlkampf“, meint Fuchs.

 

„Die Hauptschuld hat Schaden, nicht Haslauer“

Hans Mayr, mit Fuchs’ Anwürfen konfrontiert, spricht diesem die politische Existenzberechtigung ab. „Fuchs ist jene Kategorie von Politiker, die weder die Stadt noch das Land benötigen. Es ist das Primitivste, was er sagt. Ich arbeite massiv daran, eine Lösung für die Stadt und die Umlandgemeinden zu finden. Es geht nur gemeinsam mit den Bürgermeistern.“ Die nächste Gesprächsrunde finde Anfang Februar statt. Beim ersten Treffen war es bekanntlich zum Eklat gekommen.

Der Eugendorfer Bürgermeister Johann Strasser verließ unter Protest die Sitzung. Grund war der Kommunikationsstil der Stadt. Die Umland-Bürgermeister hätten vom Plan, die Obuslinien zu verlängern, aus den Medien erfahren. Mayr: „Die Stadt hat weder mit mir noch mit den Bürgermeistern geredet. Die Stadt, von Schaden bis zu Fuchs, geht aber davon aus, dass die Umlandgemeinden zahlen. Die Bürgermeister sind dann völlig verständlich in der Sitzung über die Stadt hergefallen: Seids ihr verrückt? Ihr schafft das an und wir sollen das zahlen?“, so Mayr.

Und überhaupt: „Was Fuchs und Konsorten nicht kapieren, ist, dass die Stadt massiv von den Einpendlern profitiert. Die Stadt erhält Kommunalabgaben, die Wirtschaft profitiert von den Gästen. Fuchs hat nicht die geringste Ahnung. Er erkennt nicht, was das wahre Problem ist, dass das Umland um sieben Prozent gewachsen ist, die Stadt aber nur um drei Prozent.“

Die Verkehrslösungen Hagenau, Vigaun und Münchner Bundesstraße seien über Jahrzehnte diskutiert worden. „Umgesetzt hat es der Landesrat Mayr und sonst niemand. Meine Vorgänger haben es nicht geschafft, beim Verkehr nachhaltige Lösungen zu schaffen. Das ist nicht allein die Schuld von Landeshauptmann Haslauer. Die höchste Verantwortungslosigkeit liegt bei der Stadt. Ich gebe die Hauptschuld Schaden und Fuchs.“

Die Busspur an der Münchner Bundesstraße sei zurückgestellt worden, weil die Stadt sich nicht mit einem Grundeigentümer geeinigt habe. „Der Herr Fuchs muss mit seinen Lügenmärchen aufhören.“

Fotos: SN/Ratzer

1 Kommentar

  1. Franz Fuchs Antworten

    Es gefällt mir gut, dass das SF auch in ihrem neuen Format in unerschrockener Weise Mißstände anprangert und auf Ungerechtigkeiten hinweist. Die Veröffentlichung ist oft das einzige Mittel, womit man Veränderung erreichen kann. Der „Fensterputzer“-Bericht vom 24. Jänner 2017 über die schamlose Verwendung von Geldern aus der Parteiförderung in Salzburg wirft die Frage auf, ob deren Vergabe wirklich verantwortungsvoll erfolgt. Doppelt ausbezahlte Parteienförderungen lassen daran zweifeln, ob dem so ist. Jeder Bürger müßte z. B. einen fälschlich erhaltenen Betrag zurück zahlen. Sogenannte „Saubermänner“ zeigen hier ein anderes Gesicht.

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