Er ist Salzburgs fröhlichster Politiker

Heinrich Schellhorn lacht mehr als andere. Das sei bei den Zillertalern so.

Heinrich Schellhorn, der grüne Kultur- und Soziallandesrat, hat ein heiteres Naturell. Er lacht viel und gern. Astrid Rössler hat das sogar auf einem Landestag der Grünen erwähnt: Wenn sie in der Früh das Regierungsgebäude in der Kaigasse betrete und sie höre Schellhorns Lachen bis ins Stiegenhaus hinaus – dann sei das ein guter Tag.

Er sei als Bursche im Zillertal aufgewachsen, erklärt Schellhorn. „Dort gibt es einen Spruch: Im Zillertal ist ein Begräbnis so lustig wie im Ötztal eine Hochzeit.“ Daher komme wohl sein frohes Gemüt.

„Auf den Tisch hauen ist keine Arbeit“

Als Bub hatte er drei Berufswünsche: Politiker, Journalist oder Rechtsanwalt. „Zwei habe ich schon erledigt.“ Und als Kulturpolitiker hat er doch eigentlich ein schönes Geschäft – zu den Festspielen gehen, Vernissagen besuchen, überall eingeladen werden. Schellhorn dazu: „Die Leute haben keine Vorstellung, was es bedeutet, Politiker zu sein – natürlich tritt man als Kulturlandesrat bei den Festspielen und bei Kulturveranstaltungen auf. Die wahre Arbeit spielt sich aber im Hintergrund ab. Das sind komplexe Prozesse. Man muss die Leute ins Boot holen, vieles unter einen Hut bringen.“ Er habe keinen Respekt vor Politikern, die nur auf den Tisch hauen und so tun, als wäre das eine Form von Arbeit. Auch er habe sich den Job anders vorgestellt, obwohl: „Ich war schon zehn Jahre Stadtrat in Hallein, nur ist die Landesregierung schon eine andere Liga.“ Schon damals habe er mit Christian Stöckl, der Halleiner Bürgermeister war, Budgets verhandelt. Und jetzt, wie ist Stöckl als Finanzchef? „Hart“, sagt Schellhorn und lacht dabei laut auf. Allerdings habe er heuer zehn Prozent mehr Geld fürs Kulturbudget herausgeschlagen.

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Sein Beruf, die Familie machen ihn zufrieden

Als Sozialreferent habe er eine Einrichtung für schwangere Mädchen und junge Frauen in Seekirchen geschaffen. Menschen mit Behinderungen sollen bald einen persönlichen Assistenten bekommen. Das sei ein Fortschritt. Frustriert hätten ihn zuletzt die „sinnlosen Verhandlungen zur Mindestsicherung“ in Wien.

Insgesamt aber ist Schellhorn zufrieden – „weil ich spüre, dass meine Arbeit einen Sinn ergibt und die Menschen davon profitieren. Weil ich gesund bin, weil meine Eltern gerade 85 und 80 Jahre geworden sind und gesund sind. Und weil meine Kinder sich gut entwickelt haben.“

Von Sonja Wenger

 

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