Schüler „lernen Facebook“

Der Unterricht der Zukunft lehrt viel mehr Medienkompetenz. Schüler erfahren dabei, wie sie richtig mit Facebook und Co. umgehen, ohne sich Risiken auszusetzen. Lehrerinnen und Lehrer sollen zukünftig auch viel stärker auf den einzelnen Schüler eingehen – damit Lernen besser funktioniert.

 Wie sieht der Unterricht der Zukunft aus? Diese Frage stellte das „Fenster“ Elfriede Windischbauer, Rektorin der für die Lehreraus- und Fortbildung zuständigen Pädagogischen Hochschule Salzburg (PH). Nach Windischbauers Ansicht muss der Unterricht der Zukunft vehement mehr Medienkompetenz vermitteln.     „Die Schüler können zwar mit ihren Smartphones super umgehen, wissen aber viel zu wenig über die Risiken von Facebook und Co. Bescheid“, betont die Rektorin.

Die Eltern sind meistens überfordert

Auch die Eltern der Schüler seien ohne Handy aufgewachsen und meist dabei überfordert, ihren Kindern ausreichend Tipps zu geben. „Verbieten bringt nichts“, ist sich die Pädagogin sicher.
Es liege an den Lehrern, die Kinder und Jugendlichen fit fürs Internet zu machen. „Wir müssen sie befähigen, am Social-Media-Diskurs teilzunehmen und dessen Folgen abzuschätzen“, so Windischbauer. Auch wie man sich im Falle von Cybermobbing (Mobbing via Facebook oder WhatsApp) schützen kann, sollen die Schüler lernen.

Interessen der Schüler rücken in den Fokus

Im Unterricht der Zukunft soll laut Rektorin   stark auf den individuellen Schüler geschaut werden: „Die Lehrer der Zukunft werden sehr kompetent sein, was den einzelnen Schüler angeht.“ Einem Teil der Lehrer müsse die PH diesen Zugang noch stärker vermitteln. Im Fokus stehen drei Fragen: Welche Fähigkeiten hat der  Schüler, welche Schwächen und welche Interessen?
Warum die Interessen wichtig sind, erklärt die Forschung so: Je besser man die einzelnen Schüler dort abholen kann, wo sie stehen, umso erfolgreicher lernen sie. „Das funktioniert zum Beispiel dann, wenn die Schüler nicht alle genau das gleiche Thema lernen müssen, sondern eigene Projekte dazu entwickeln dürfen“, erklärt Windischbauer. Die Kinder seien dann besser motiviert – und Motivation sei einer der wichtigsten Ansätze beim Lernen überhaupt.

Von Sabine Tschalyj